3.Oktober 2015 – Kiezdemo in Stadtfeld !

 

Am Samstag, den 3.Oktober 20015, werden wir gemeinsam gegen hohe Mieten, Aufwertung, Verdrängung und für die Verteidigung unseres Infoladens auf die Straße gehen:

Demo: Samstag | 3. Oktober 2015, 16 Uhr | O-Platz Magdeburg-Stadtfeld
Kein Tag ohne soziale Freiräume! Miete runter – Löhne rauf! Gemeinsam gegen hohe Mieten, Aufwertung und Verdrängung!

Aufruf:
Steigende Mieten, Aufwertung, Verdrängung und fehlende billige Wohnungen – Stadtfeld wird  seit vielen Jahren aufgewertet. Immobilien-, Versicherungsbüros, Luxus-  und Eigentumswohnungen prägen mehr und mehr das Kiezbild. Der öffentliche Raum ist geprägt von Verbotsschildern, Zäunen und dem patrouillierenden Ordnungsamt. In allem geht es immer um eins – Profit. Der Raum wird knapper und die Luft für uns zusehends dünner. Immer mehr Nachbarinnen und Nachbarn werden aus unserem Viertel verdrängt.
All diese Maßnahmen werden von den städtischen Verantwortlichen, der Politik und der Immobilienwirtschaft über unsere Köpfe hinweg geplant und entschieden. Doch wir werden uns wehren und nicht länger tatenlos zusehen, wie Menschen verdrängt werden und ihnen ihr jahrelanges Zuhause gestohlen wird.

Wir wollen als aktive MieterInnen gemeinsam mit euch am 3. Oktober 2015 um 16.00 Uhr auf die Straße gehen um Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung zu leisten.

Yuppies im Kiez …
Anfang der 90er Jahre war Stadtfeld ein unsaniertes Viertel, in dem wir Arbeiterinnen und Arbeiter, Arbeitslose, Punks, Migrantinnen und Migranten gemeinsam lebten und kämpften. Sichtbar war das am Straßenbild in Stadtfeld und an der Vielzahl von besetzten Häusern und Kneipen. Der „Kampf gegen Graffitis, Aufkleber und Plakate“, Evakuierungen bei „Bombenalarm“, die Mobilisierung gegen die „Wasserflut“ beim Hochwasser und die komplette Abrieglung eines Stadtteils, weil Menschen eine Facebook Party machen wollten – unser Leben wird zusehends von den Methoden der Aufstandsbekämpfung der Kapitalisten bestimmt.

Dabei ist es in Magdeburg gerade die Innenstadt, die durch riesige Konsumtempel, Büroflächen (zum Teil leerstehend) und überteuerte Luxuswohnungen gekennzeichnet ist. Das Ordnungsamt und Polizei sorgen zusätzlich dafür, dass die Zahlungskräftigen nicht durch den Anblick von Obdachlosen, BettlerInnen und Punks in ihrem Kaufrausch gestört werden. Das macht nur deutlich warum wir uns auch in Stadtfeld mit weiteren Verdrängungsmaßnahmen konfrontiert sehen:
MittelstandsmieterInnen mit  Mittelstandsbedürfnissen im Zusammenspiel mit Kapitalisten und Hauseigentümer schaffen sich „ihr“ Viertel. Sanierung mit anschließender Mietsteigerung bis zu 100% greifen um sich und Luxusappartments sprießen wie am Schlachthof aus dem Boden. Seit dem Stadtfeld als „In-Viertel“ verschrien ist, werden selbst schlecht und oberflächlich renovierte Wohnungen für viel Geld angeboten.
Soziale Wohnprojekte und Traditionskneipen, wie der „Denker“, wurden für Luxuswohnungen platt gemacht. Bezahlbare Mietwohnungen werden zur Ausnahme.
Dabei ist es oft das gleiche Schema: In den meisten Fällen werden einfach Anschreiben versendet mit der eine Sanierung angekündigt wird. Den MieterInnen wird angeboten eine Ersatzwohnung zu beziehen um nach der Sanierung, zu deutlich höheren Mieten, wieder in ihre alte Wohnung zurück zu dürfen. Unser Soziales Zentrum in der Alexander-Puschkin- Str. 20 ist ebenfalls von Modernisierungsmaßnahmen betroffen. Seit dem Aufkauf des Gebäudes durch Berliner Miethaie wird dem Sozialen Zentrum durch Sanierung und Mietsteigerungen von nahezu 100% Stück für Stück die Räume genommen.
Das Ziel hinter all diesen Maßnahmen ist klar: Stadtfeld als nahe gelegenes Viertel zur Innenstadt soll den Reichen und Mittelständigen zur Verfügung stehen, wir Prolls und „Unterschichten“ sollen an den Stadtrand gedrängt werden.

Wohnungspolitik ist Klassenkampf …
In der globalen Krise des Kapitalismus verschärft sich die Wohnsituation immer weiter. Bundesweit sind die Mieten seit den 90er Jahren um 30 % gestiegen. Soziale Zentren, Jugendclubs und andere Räumlichkeiten, in denen sich Menschen ohne kommerziellen Hintergrund treffen können, sind bedroht. Investitionen in Immobilien galten im Kapitalismus schon immer als lohnenswert. Sie versprechen Krisensicherheit in einem System, was ohne Krisen nicht auskommt. In der aktuellen Immobilien- und Finanzkrise haben Immobilien nun mehr denn je das Image des sicheren „Betongolds“. Geld lässt sich dort nicht nur „sicher parken“. Wo Mietsteigerungspotential ist, lockt auch mehr Profit. Das hat zur Folge, dass für proletarische Mieterinnen die Lebenserhaltungskosten stark steigen, die Reallöhne jedoch gleich bleiben bzw. sinken und sie immer häufiger unfreiwillig ihre Wohnungen verlassen müssen. Dass für sie ihr Zuhause, ihr Zufluchtsort und Lebensmittelpunkt auf dem Spiel steht, hat in dieser kapitalistischen Rechnung keinen Platz. Während die da Oben meinen wir müssen den Gürtel enger schnallen, streicht ihr Hauseigentümer und Kapitalisten, eben die Profiteure des Immobilienmarktes, immer höhere Gewinne ein – kauft euch ein noch größeres Eigenheim, Luxusyachten und noble Karren.

Der Stadtteil denen, die drin wohnen
Ein kollektiver Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung geht uns alle etwas an. Nur gemeinsam als Teil einer kämpfenden Klasse können wir die Situation verändern. Es liegt an uns die Dinge wieder selbst in die Hände zu nehmen um auf diese und viele weitere Fragen praktische Antworten zu finden. Uns ist klar, dass sich nicht alles in wenigen Tagen umsetzen lässt. Manches wird einen längeren Prozess benötigen, anderes können wir schon morgen schaffen. Dafür müssen wir uns als Menschen und NachbarInnen kennenlernen, die Vernetzung untereinander stärken und unsere Forderungen zusammenbringen.
Von kraftvollen Demonstrationen und Graffities, die unsere Forderungen auf die Straße tragen, über Kundgebungen und Infostände, bis hin zur praktischen Enteignung von Räumen – die Möglichkeiten sind vielfältig schon jetzt einzugreifen und aktiv zu werden.

Wir werden uns nicht aus unserem Viertel und unseren Freiräumen verdrängen lassen. Unseren Wohnraum und unsere Projekte werden wir verteidigen und unseren Widerstand mit den verschiedensten, solidarischen Formen zum Ausdruck bringen.

Der Infoladen bleibt!
Selbstverwaltete Räume erkämpfen und erhalten!
Schluss mit Mietsteigerungen und Vermieterterror!
Für die Enteignung und Kollektivierung der Häuser und Betriebe!

“Initiative Mietrebellen“
initiativemietrebellenmd@riseup.net

Infoladen / Soziales Zentrum
http://www.mietrebellen.wordpress.com
Wohnprojekt Alternative Sinnflut
wohnprojektalternativesinnflut@gmx.de / http://www.facebook.com/wohnprojekt.asf.9
Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen [Magdeburg]
http://www.political-prisoners.net
zusammen kämpfen Magdeburg
http://www.zusammen-kaempfen.tk / zusammen-kaempfen@riseup.net
Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union Magdeburg
http://www.fau.org  / faumd@fau.org

Kein Tag ohne soziale (Frei-) Räume!- goes Berlin

Am 27. Juli 2015 protestierten wir  in Berlin gegen die  Verdrängung unseres Infoladens in Stadtfeld/ Magdeburg.  Bewaffnet mit einem Megaphon und einigen Transparenten machten wir uns auf den Weg aus der  Alexander-Puschkin-Straße in die Berliner Potsdamer Straße.            Dort machten wir unserem Unmut über Mietsteigerung und der drohenden Verdrängung unseres Ladens Luft. Vor dem sogenannten Stadtpalais in der Potsdamer Straße 98,( unserer neuen Hausverwaltung,)  machten wir mit solidarischen GenossInnen deutlich ,daß wir uns nicht ohne Widerstand verdrängen lassen werden …

Kein Tag ohne soziale (Frei-) Räume!- Mieten runter Löhne rauf !

(sommer 2015)

Yuppies im Kiez …

Fehlende billige Wohnungen, steigende Mieten, Verdrängung, dass kennen
wir – denn Stadtfeld (Magdeburg) wird seit vielen Jahren aufgewertet.
Immobilien-, Versicherungsbüros und Luxuswohnungen prägen mehr und mehr
das Kiezbild. Der öffentliche Raum ist geprägt von Verbotsschildern,
Zäunen und dem patrouillierenden Ordnungs-amt. Der „Kampf gegen
Graffitis, Aufkleber  und Plakate“,  Evakuierungen bei „Bombenalarm“,
die Mobilisierung gegen die „Wasserflut“ beim Hochwasser und die
komplette Abrieglung eines Stadtteils, weil Menschen eine Facebook Party
machen wollten – unser Leben wird zusehends von den Methoden der
Aufstands-bekämpfung der Kapitalisten bestimmt.
In allem geht es immer um eins – Profit. Anfang der 90er Jahre war
Stadtfeld ein nicht saniertes Viertel, in dem wir, Arbeiterinnen und
Arbeiter, Punks, Migrantinnen und Migranten, gemeinsam lebten und
kämpften. Sichtbar war das an der Vielzahl von besetzten Häuser und
Kneipen, unter anderem_ in der Immermann-, Friesen-, Uhland- und Große
Diesdorfer Straße.

Es wird zusehends teurer und enger für uns in Stadtfeld.
Mittelstandmieter/innen mit Mittelstandsbedürfnissen im Zusammen- spiel
mit Kapitalisten und Hauseigentümer schaffen sich „ihr“ Viertel.
Sanierung mit an-schließender Mietsteigerung bis zu 100% greifen um sich
und Luxusappartments sprießen wie am Schlachthof aus dem Boden._ Seit
dem Stadtfeld als „In-Viertel“ verschrien ist, werden selbst schlecht
und oberflächlich renovierte Wohnungen für viel Geld angeboten. Dabei
tritt u.a. vermehrt Schimmel in „frisch sanierten“ Wohnungen auf. Es
geht durchaus noch schlimmer. Im März 2014_ mussten wir erleben, dass
ganze Balkonteile, auf denen sich Menschen befanden, in der Immermann
Straße zusammen stürzten. Diese Menschen erlitten bleibende
Gesundheitsschäden. Soziale Wohnprojekte und Traditionskneipen, wie der
„Denker“, wurden _ für Luxus-wohnungen platt gemacht.
Bezahlbare Mietwohnungen werden zur Ausnahme. Ganz Aktuell betroffen von
dieser Entwicklung sind u.a. der letzte unsanierte Block

in der Goethestraße, die Wohnblöcke in der Eisner Straße sowie das
soziale Zentrum in der Alexander-Puschkin str. 20. Seit dem Kauf des
Gebäudes durch Berliner Spekulanten werde dem sozialen Zentrum durch
Sanierung und Mietsteigerungen von nahezu 100% Stück für Stück die Raüme
genommen.
Das Ziel dahinter ist klar, Stadtfeld, als nahegelegenes Viertel zur
Innenstadt, soll den Kapitalisten und den Mittelständigen zur Verfügung
stehen, wir Prolls und „Unterschichten“ werden an den Stadtrand gedrängt.

Wohnungspolitik ist Klassenkampf …

In der globalen Krise des Kapitalismus verschärft sich die Situation.
Bundesweit sind die Mieten seit den 90er Jahren um 30 % gestiegen.
Soziale Zentren, Jugendclubs und andere Räumlichkeiten, in denen sich
Menschen ohne kommerziellen Hintergrund treffen können, sind bedroht.
Menschen unserer Klasse werden aus den Innenstädten verdrängt. In den
Regionen außerhalb der großen Städte, wie Magdeburg und Halle,
verschlechtert sich_ die Lage der Mieter/innen noch mehr.
Investitionen in Immobilien galten im Kapitalismus immer schon als
lohnenswert. Sie versprechen Krisensicherheit in einem System, was ohne
Krisen nicht auskommt. In der aktuellen Immobilien- und Finanzkrise
haben Immobilien nun mehr denn je das Image des sicheren „Betongolds“.
Geld lässt sich dort nicht nur „sicher parken“. Wo
Mietsteigerungspotential ist, lockt auch mehr Profit. Das hat zur Folge,
dass für proletarische Mieterinnen die Lebenserhaltungs-kosten stark
steigen, die Reallöhne jedoch gleich bleiben bzw. sinken _ und sie immer
häufiger unfreiwillig ihre Wohnungen verlassen müssen. Dass für sie ihr
Zuhause, ihr Zufluchtsort und Lebensmittelpunkt auf dem Spiel steht, hat
in dieser kapitalistischen Rechnung keinen Platz.

Widerstand ist machbar – Stadtfeld gehört uns den Prolls, Punks,
Sprayern und_ Migranten!

Ein kollektiver Widerstand gegen Sozialabbau, Mietsteigerung und
Verdrängung geht uns alle etwas an. Nur gemeinsam als Teil unserer
kämpfenden Klasse können wir die Situation verändern. Mit unserer
Fähigkeit zur Selbstorganisation werden wir an diesem kapitalistischen
Normalzustand rütteln. Wir werden uns nicht aus unserem Viertel und
unseren Freiräumen verdrängen lassen.
Unseren Wohnraum und unsere Projekte werden wir verteidigen und unseren
Widerstand mit den verschiedensten, solidarischen Formen zum Ausdruck
bringen.

Die Häuser denen, die drin wohnen

Gemeinsam wollen wir weitere Mietsteigerungen in unserem Kiez verhindern
und den Kampf gegen eben diese organisieren. Ebenso wollen wir den
Wegzug von Menschen unserer Klasse aus unserem Viertel stoppen. Um
unsere Ziele zu erreichen, werden wir uns perspektivisch in einem
proletarischen Stadtteilrat organisieren. Diesen sehen wir auch als
einen ersten Schritt hin zu einer Gesellschaft, in der allen gemeinsam
die Häuser gehören.

Wohnraum für alle und das umsonst!
Das soziale Zentrum bleibt!
Für die Vergesellschaftung der Häuser und Wohnungen!

Kontaktadresse
Soziales Zentrum
Alexander Puschkinstraße 20
39108 Magdeburg

Keine Profite mit der Miete!

Keine Profite mit der Miete!

Viele Menschen stellen sich Tag für Tag die gleichen Fragen: Wie weit wird sich unsere Stadt oder unser Kiez noch verändern? Wer kann sich überhaupt noch eine Wohnung in Innenstadtnähe oder in Stadtfeld leisten? Gibt es noch bezahlbaren Wohnraum oder soziale Freiräume hier im Stadtteil, die nicht von kommerziellen Interessen geprägt sind? Was kann ich tun, um mich gegen die zunehmende Verdrängung aus den Stadtteilen zu wehren?

Mitte 1990-er Jahre begann in Stadtfeld eine erste Sanierungswelle in dem von vielen Altbauten geprägten Kiez. Die Verdopplung der Miete und die Verdrängung vieler Freiräume und Treffpunkte in Form von besetzten Häusern, proletarischen Kneipen u.v.m. waren die Folge. Der Pfusch an den Baumaßnahmen und der Blick auf Gewinnorientierung hat mittlerweile schon die zweite Sanierungswelle zur Folge. Die schon damals sanierten Wohnungen werden erneut aufgewertet und mit den restlich „verwertbaren“ Häusern wird ein lohnendes Geschäft gemacht. Das macht Mieterhöhungen und Verdrängung für viele BewohnerInnen zum Alltag in Magdeburg-Stadtfeld.

Ob der erhöhte Mietspiegel durch großflächige und teure Sanierungen, oder der Abriss von  Wohnflächen in Randbezirken – der Trend der Aufwertung kennt nur eine Richtung und zwar nach oben. Die steigenden Mieten sind für uns keine abstrakten Zahlen oder gar zwangsläufig unausweichlich, sondern spiegeln sich in den Modernisierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen, den rücksichtslosen Bauarbeiten verbunden mit Mietsteigerung, Räumungstiteln und den erhöhten Betriebskostenabrechnungen wieder.

Begibt man sich auf Wohnungs- oder WG-Zimmer- Suche in Stadtfeld wird es noch schwieriger. Durch die städtischen Umstrukturierungsmaßnahmen im Bereich des Wohnungsbaus (Rückbau und Sanierung an Randbezirken, Aufwertung in der gesamten Stadt) wurde der Wohnungsleerstand verkleinert und so nutzbarer Wohnraum systematisch „verknappt“. Dadurch ist die Nachfrage nach geeigneten Wohnungen recht groß.
Wenn man zur Zeit eine Wohnung in Stadtfeld sucht kann man feststellen, dass bei Wohnungsbesichtigungen mehrere Interessenten um den jeweiligen Wohnraum konkurrieren und die Wohnungseigentümer sich mittels eines Bewerbungsverfahrens aus den „flüssigsten“ Mieter auswählen können. Doch des einen Leid ist des anderen Freud, denn die Hauseigentümer, Makler- und Versicherungsbüros, Unternehmer und die meisten Yuppies profitieren vom Ausverkauf unseres Stadtteils.

Immer mehr Yuppies – Cafes (allen voran Schäfers Bäckerei), das neue BMW- Center in der Maxim- Gorki- Straße, die neuen Lofts in einer ehemaligen Schule (Schillerstraße), der geplante „Boulevards“ an der Gr. Diesdorfer- Str., die neuen Eigenheime im Schlachthofquartier an der Liebknechtstr., die vielen Gerüste in Stadtfelds Straßen machen deutlich – der Mietspiegel wird weiter steigen und Menschen werden gezwungen ihre Wohnungen zu verlassen.

Kiez statt Kies!
Stadtfeld ist in vielen Ecken noch ziemlich bunt, viele Menschen gestalten durch Streetart die Straßen noch selbst – doch die Stadt gibt sich die größte Mühe das Straßenbild zu säubern. Das öffentliche Leben und die Nutzung städtischer Plätze wird weiter reguliert und alles das, was den Städtebauern nicht in den Kram passt wird verdrängt und kriminalisiert. Durch so genannte Alkoholverbote, Bußgeldandrohungen für Hundekot, Aufkleberverbote oder das Bußgeld für „wildes Plakatieren“ (soll mit zu 5000€ geahndet werden) sollen Spekulanten noch gewinnbringender einladen. Die neuerlichen Säuberungsarbeiten aller Laternenpfeiler in der Innenstadt und in Stadtfeld durch die Stadtreinigung ist ein neuer, ganz aktueller Versuch, den es gilt zum Scheitern zu bringen!

Die Gestaltung des Wohnungsmarktes und der Stadtteile orientiert sich gewiss nicht an den Bedürfnissen der BewohnerInnen sondern unterliegt, wie in allen unseren Lebensbereiche, der kapitalistischen Verwertungslogik. Aus Wohnraum und dem Ausverkauf des Stadtteils werden Geschäfte gemacht von denen nur die Eigentümer und Spekulanten profitieren. In Krisenzeiten dienen Immobilien als sichere Anlage, für jene, die eh schon zu den Profiteuren der kapitalistischen Klassengesellschaft gehören.

Dieser gewinnorientierten Wohnungspolitik möchten wir die Kraft unserer Selbstorganisierung entgegensetzten. Die Zustände rund um den Wohnungsmarkt sind nur einige Beispiele der ständigen Ausbeutung im Kapitalismus, der wir aktiv entgegentreten um für eine Gesellschaft fernab von Ausbeutung und Unterdrückung zu kämpfen.
Dafür müssen wir uns noch besser austauschen, vernetzen und wirkungsvolle Initiativen starten um den Besitzern, Eigentümern, Chefs und Nutznießern gehörig aufs Dach zu steigen.
Als Anlaufpunkt kann der Infoladen in der Puschkinstr. genutzt werden um sich zu treffen, zu diskutieren und die einzelnen Bedürfnisse zusammenzubringen.
Ganz praktisch gibt es ebenso viele Möglichkeiten wie wir unsere Sicht der Dinge zum Ausdruck bringen können, um denen, die sich einen teueren Kiez wünschen einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Für einen Kiez ohne Yuppies, Nazis und Ordnungsamt!
Für die soziale Revolution!

zusammen kämpfen [Magdeburg], Oktober 2014
Modernisierung, Sanierung, Verdrängung, … Was tun?
1. Nichts unterschreiben
2. Mit NachbarInnen reden
3. Mieterberatung aufsuchen
4. Vernetzung und Eigeninitiative stärken

Kein Tag ohne soziale (Frei-) Räume!

Kein Tag ohne soziale (Frei-) Räume!

Aufruf (Sommer 2014):

Yuppies im Kiez . . .

Fehlende billige Wohnungen, steigende Mieten, Verdrängung, dass kennen wir – denn Stadtfeld wird seit vielen Jahren aufgewertet. Immobilien-, Versicherungsbüros und Luxuswohnungen prägen mehr und mehr das Kiezbild. Der öffentliche Raum ist geprägt von Verbotsschildern, Zäunen und dem patrouillierenden Ordnungsamt. Der „Kampf gegen Graffitis und Plakate“, Evakuierungen bei „Bombenalarm“, die Mobilisierung gegen die „Wasserflut“ beim Hochwasser und die komplette Abrieglung eines Stadtteils, weil Menschen eine Facebook Party machen wollten – unser Leben wird zusehends von den Methoden der Aufstandsbekämpfung der Kapitalisten bestimmt.

In allem geht es immer um eins – Profit. Anfang der 90er Jahre war Stadtfeld ein nicht saniertes Viertel, in dem wir, Arbeiterinnen und Arbeiter, Punks, Migrantinnen und Migranten, gemeinsam lebten und kämpften. Sichtbar war das an der Vielzahl von besetzte Häuser und Kneipen, unter anderem in der Immermann-, Friesen-, Uhland- und Große Diesdorfer Strasse.

Es wird zusehends teurer und enger für uns in Stadtfeld. Mittelstandsmieter/innen mit Mittelstandbedürfnissen im Zusammenspiel mit Kapitalisten und Hauseigentümer schaffen sich „ihr“ Viertel. Seit dem Stadtfeld als „In-Viertel“ verschrien ist, werden selbst schlecht und oberflächlich renovierte Wohnungen für viel Geld angeboten. Dabei tritt u.a. vermehrt Schimmel in „frisch sanierten“ Wohnungen auf. Es geht durchaus noch schlimmer. Im März 2014 mussten wir erleben, dass ganze Balkonteile, auf denen sich Menschen befanden, in der Immermannstraße zusammenstürzten. Diese Menschen erlitten bleibende Gesundheitsschäden. Soziale Wohnprojekte und Traditionskneipen, wie der „denker“, wurden für Luxuswohnungen platt gemacht. Bezahlbare Mietwohnungen werden zur Ausnahme.

Das Ziel dahinter ist klar, Stadtfeld, als nahegelegenes Viertel zur Innenstadt, soll den Kapitalisten und den Mittelständigen zur Verfügung stehen, die Prolls und „Unterschichten“ werden an den Stadtrand gedrängt.

Wohnungspolitik ist Klassenkampf!

In der globalen Krise des Kapitalismus verschärft sich die Situation. Bundesweit sind die Mieten seit den 90er Jahren um 30 % gestiegen. Soziale Zentren, Jugendclubs und andere Räumlichkeiten, in denen sich Menschen ohne kommerziellen Hintergrund treffen können, sind bedroht. Menschen unserer Klasse werden aus den Innenstädten verdrängt. In den Regionen außerhalb der großen Städte, wie Magdeburg und Halle, verschlechtert sich die Lage der Mieter/innen noch mehr.

Investitionen in Immobilien galten im Kapitalismus immer schon als lohnenswert. Sie versprechen Krisensicherheit in einem System, was ohne Krisen nicht auskommt. In der aktuellen Immobilien- und Finanzkrise haben Immobilien nun mehr denn je das Image des sicheren „Betongolds“. Geld lässt sich dort nicht nur „sicher parken“. Wo Mietsteigerungspotential ist, lockt auch mehr Profit. Das hat zur Folge, dass für proletarische Mieter_innen die Lebenserhaltungskosten stark steigen, die Reallöhne jedoch gleich bleiben bzw. sinken und sie immer häufiger unfreiwillig ihre Wohnungen verlassen müssen. Dass für sie ihr Zuhause, ihr Zufluchtsort und Lebensmittelpunkt auf dem Spiel steht, hat in dieser kapitalistischen Rechnung keinen Platz.

Erkämpft & Selbstorganisiert!

Mittlerweile sind allein in Stadtfeld drei Projekte von dem Ausverkauf unseres Stadtteils betroffen.

Das Heizhaus als städtischer Jugendclub ist von Einsparungen seitens der Stadt betroffen und ist das Ergebnis von unzähligen Auseinandersetzungen mit der Stadt & Polizei, u.a. mit Straßenblockaden. Seitdem hält das Heizhaus vielfältige politische, soziale und kulturelle Angebote bereit.

Das Hallenhausen ist ein seit über 20 Jahren selbstverwalteter Jugendclub und bereichert den Stadtteil mit nicht kommerzieller Hip Hop Kultur. Das Hallenhausen befindet sich nun inmitten einer Einfamilienhaussiedlung und wird von den Baumaßnahmen der GETEC umzingelt. Es ist eine Frage der Zeit, bis dieser Jugendclub den Interessen von GETEC und der Stadt weichen muss.

Der Infoladen in der Alexander-Puschkin-Str. wurde 2008 ins Leben gerufen, als Ausgangspunkt für einen konkreten Klassenkampf gegen den Kapitalismus und für die Schaffung von kollektiven, sozialen und kulturellen Freiräumen. Der gesamte Gebäudekomplex wurde nun an Immobilienhaie aus Berlin verkauft und bereits jetzt schnellen die Mieten, um fast 50 %, für die schlecht sanierten Wohnungen in die Höhe.

Alle drei Projekte sind letztlich von Sanierung, Aufwertung und Verdrängung betroffen.

Widerstand ist machbar – Stadtfeld gehört uns den Prolls, Punks, Sprayern und Migranten!

Ein kollektiver Widerstand gegen Sozialabbau, Mietsteigerung und Verdrängung geht uns alle etwas an. Nur gemeinsam als Teil unserer kämpfenden Klasse können wir die Situation verändern. Mit unserer Fähigkeit zur Selbstorganisation werden wir an diesem kapitalistischen Normalzustand rütteln. Wir werden uns nicht aus unserem Viertel und unseren Freiräumen verdrängen lassen.

Unsere Projekte werden wir verteidigen und unseren Widerstand mit den verschiedensten, solidarischen Formen zum Ausdruck bringen.

Stadtfeld Sommerfest 2014

Gegen Kürzungspolitik, Verdrängung und Sozialabbau

Häuser denen, die drin wohnen!

( by  Wenzel Oschington )

Junge Familien, Migranten, Punks und ganz „normale“ Bürger, die in einträchtigem Miteinander erzählen, Kaffee trinken, mit ihren Kindern spielen oder der Musik des Cellisten auf der kleinen Bühne lauschen. Ein ganz normales Wohngebietsfest. Eigentlich. Stadtfeld - Sommerfest
Bei genauerem Betrachten fällt einem ein Pappfisch mit der Aufschrift „Miethai“ auf.
Das Transparent am Stand macht klar, worum es geht: „Kein Tag ohne [soziale] Freiräume! Zusammen gegen Kürzungspolitik, Verdrängung und Sozialabbau!“ Das Stadtfeld Sommerfest beim Infoladen ist zugleich eine Informationsveranstaltung zur aktuellen Situation der bedrohten sozialen Zentren im Kiez.
Die Bewohner zeigen, dass sie sich für ihren Stadtteil stark machen und den Ausverkauf nicht tatenlos hinnehmen. Es geht um das „Heizhaus“, das als städtischer Jugendclub von den Einsparungen seitens der Stadt betroffen ist, das „Hallenhausen“, einen seit über 20 Jahren selbstverwalteten Jugendclub, der sich in Mitten einer Einfamilienhaussiedlung befindet und den Interessen seitens des Bauträgers weichen soll sowie um den Infoladen in der Alexander-Puschkin-Straße, der sich als „Ausgangspunkt für einen konkreten Klassenkampf gegen den Kapitalismus und für die Schaffung von kollektiven, sozialen und kulturellen Freiräumen“ sieht und so einigen Bürgern ein Dorn im Auge ist.

Eine Mischung von Mietshäusern, zum Teil mit kleinen Vorgärten und beschaulichen Innenhöfen, in ruhiger Wohnlage, nur unweit der Innenstadt. Das Magdeburger Stadtfeld war schon immer angesagt. Anfang der 90er, als die Wohnungen noch unsaniert und die Mieten erschwinglich sind, Stadtfeld - Sommerfest
zieht es Arbeiter, Migranten und Punks in das Viertel im Westen der Landeshauptstadt. Sichtbar an einer Vielzahl von besetzten Häusern und Kneipen, unter anderem in der Immermann-, Friesen-, Uhland- und Große Diesdorfer Strasse.
In den kommenden Jahren entdecken Mittelstandsmieter das Stadtfeld für sich. Bezahlbare Mietwohnungen werden zur Ausnahme.
Die, die noch hier wohnen, wehren sich gegen die Verdrängungung machen auf die zunehmende Gentrifizierung aufmerksam.
Im Infoblatt wird eine klare Sprache gesprochen: „Stadtfeld, als nahegelegenes Viertel zur Innenstadt, soll den Kapitalisten und Mittelständigen zur Verfügung stehen, die Unterschichten werden an den Stadtrand gedrängt“.

Die Forderung der Stadtfelder ist eindeutig: „Häuser denen, die drin wohnen!“

(Fotos anklicken !!) …. … ..

Spielbericht Stadtfeld-Cup 2014 !

Spielbericht vom Stadtfeld-Cup 2014

Am 19.Juli 2014 wurde, nach einem Jahr endlich, wieder der Stadtfeldcup ausgetragen. Mit viel Vorfreude und sportlichem Ehrgeiz wurde der Titelverteidigung ins Auge gefasst. Alle waren hochmotiviert, wenn auch nicht in körperlicher Bestform. Von dem engagierten Orgateam wurden frühzeitig kühle Getränke, Grillzeug und eine Musikanlage aufgebaut. Ebenfalls anwesend war der Infotisch des Infoladens welcher die BesucherInnen mit informativem Material versorgte. Pünktlich um 13 Uhr begann das Turnier. Acht Teams hatten sich angemeldet und starteten alle mit großem Enthusiasmus ins Turnier. Der Tag begann nun mit einem eher zähen Kick der “Mühlenbolzer“ gegen “die JongoLongos“, welches die Longos nach hartem aber fairen Einsatz mit 0:1 für sich entscheiden konnten. Als nächstes trat der “FSV Stadtfeld“ gegen den “SV Freizeit“ an. Trotz technischer Überlegenheit der Stadtfelder mussten wir uns am Ende dann doch mit einem 0:0 begnügen.

Mit einem flauen Gefühl im Bauch sahen wir der Chance auf Stadtfelds Titelverteidigung mit kritischen Augen entgegen. Aber bis jetzt hatten “SFO“ ja auch noch nicht gespielt, so waren wir froh sie als nächstes Team auf dem Platz zu erblicken. Aber so richtig fit wirkten die Topscorer des Stadtfeld-Ost- Premium- Teams nicht. Dem echten Stadtfelder Fußballfan fiel natürlich von Anfang an das Fehlen des Kapitäns und Torschützenkönigs Kalle Durchbruch auf. Das war kein gutes Omen, wie sich am Ende des Spiel bewahrheiten sollte. “SFO“ musste sich mit 0:3 gegen die “Cracau Zlingers“ geschlagen geben. Eine Schmach die für einige nur schwer zu ertragen war.

Kurz nach Abpfiff des Spiel erschien auch endlich Stadtfelds Hoffnung Kalle D.. In einem Interview in der Umkleidekabine erklärte er seine verspätete Ankunft im sonnigen Stadtfeld: „Ja also, es tut mir echt leid, aber ich musste meine entlaufene Katze erst noch einfangen. Er versicherte zugleich: „Aber jetzt bin ich am Start”. Dem war nichts mehr hinzuzufügen. Wir widmeten uns dann doch eher den spielerischen Ausführungen der proletarischen Jugend auf dem Platz. Denn nun spielte das Stadtfelder Nachwuchsteam “Stadtfelder Kickers“ gegen das “Wolfsrudel“. Das “Wolfsrudel“, extra angereist aus einem noch nicht eingemeindeten Außenbezirk Magdeburgs, waren mit hohen Ansprüchen und viel Bier ins Spielgeschehen gestartet. So glich das Spiel auch eher einem Schlachthaus und die Nachwuchs Kicker wurden teilweise sehr konsequent in den Boden gestampft. Der extra aus Berlin angereiste Torwart und Trainer der “Stadtfeld Kickers“ äußerte sich nach dem Spiel sehr erbost: „Das die Krabben hier so aggressiv weggeboxt werden find ich scheiße! Am liebsten würd´ ich hier mal ´nen paar Backpfeifen verteilen, .rmmh.”

Schließlich zog sich das Turnier noch einige Stunden hin und brachte noch einige exzellente Paraden und gefährliche Torschüsse hervor. So kann festgehalten werden, dass die Stadtfelder das Olvenstedter Team (“Mühlenbolzer“) mit einem überragenden 0:4 förmlich deklassierte.

Einige Stadtfelderfans zeigten sich doch eher enttäuscht von der Leistung ihrer Spieler und des gesamten Teams. Fanlegende – genannt der “Breite” – stellte fest: „Tja, da müssen die sich mal etwas mehr ins Zeug legen – das ist halt die proletarische Jugend gegen die hier gespielt wird und eben keine Auswahlmannschaft der linksjugend.

Nach einer kurzen Pause mit zwei kalten Bier und zwei Grillkäse schauten wir uns sehr gespannt das Halbfinale an. Das erste Spiel (“Wolfsrudel“ vs. “Cracau Zlingers“) war von viel proletarischem Kampfgeist geprägt und auch wenn beim “Wolfsrudel“ aufgrund wachsendem Bierkonsum und praller Sonne nicht mehr alle Pässe stimmten, wurde Teamgeist bis zum Ende groß geschrieben. So versuchten einige aktive Ultras des “Wolfsrudels“ ihre Spieler noch durch Pyrotechnik zu motivieren und anzuspornen. Am Ende half das alles nichts mehr und das “Wolfsrudel“ musste sich mit einer 0:2 Schlappe gegen die Cracauer geschlagen geben. Die Cracauer allerdings blieben ruhig sowie zielorientiert auf der Siegerstrasse und glänzten durch vernünftiges Wassertrinken und Chillen im Schatten.

Im zweiten Spiel des Halbfinals vernichtete das 2.Stadtfelder Team, den “FSV Freizeit“ mit 1:0. Nach Differenzen um eine Schiedsrichterentscheidung zog sich der “FSV Freizeit“ vor dem Spiel um Platz 3 aus dem Turnier zurück.

Im Finale trafen sich dann endlich die “Cracauer Zlingers“ gegen die „Stadtfelder JongoLongos“ auf dem Platz. Technisch sehr ausgeglichen wurde hart um jeden Ball gefightet. Stehen gelassene Beine und eine Blendgranate, abgeschossen von Stadtfelder Ultras, detonierte während des Spiels auf dem Feld. Dies waren nur die Spitze vieler Ereignisse. Auch das Team des “Wolfsrudels“ unterstützte durch das Singen proletarischer Lieder, wie z.B. der Internationale, die Motivation des Stadtfelder Teams. Am Ende verlor Stadtfeld den Cup an die Cracauer. Nach einer Standardsituation schoss ein namenloser Spieler der Cracauer das alles entscheidende Tor.

Unschöne Szenen nach dem Spiel vor dem Stadion: Einige fanatische Anhänger unterlegener Teams wollten es scheinbar nicht auf sich sitzen lassen und griffen nach dem Spiel in Ermangelung eines Spielerbusses die Fahrräder des Gewinnerteams an. Ein Risiko was offenbar jeder auf sich lädt welcher eine Stadtfelder Fußballmannschaft herausfordert. Allerdings freuen wir uns über den ansonsten fairen Charackter des Turniers und verweisen auf unzählige Fahrradreparaturwerkstätten in Stadtfeld-Ost.

Dennoch: Danke für eure Teilnahme – bis zum nächsten StadtfeldCup

Jeder liebt sein Viertel…Stadtfeld nazifrei!

Protest gegen Handlungskonzept für Stadtfeld! „Bürger für Stadtfeld e.V.“ reagiert mit Polizei!

Am 15. April versammelten sich rund 20 Jugendliche und junge Erwachsene zu einer spontanen Kundgebung unter dem Motto „Für soziale Freiräume statt teure Mieten und Boulevard!“ und sind damit der Einladung der Bürgerinitiative gefolgt. Ziel der spontanen Kundgebung war es, gegen die geplante (Neu-) Gestaltung des Stadtteils zu protestieren und auf die aktuelle Situation der Sozialen Zentren in Stadtfeld aufmerksam zu machen. Bereits nach wenigen Minuten zeigte sich die offene Diskussionsbereitschaft der lokalen Politiker, der Wirtschaftsvertreter und des Vereins „Bürger für Stadtfeld“, indem Einsatzkräfte der Polizei zur Absicherung der Veranstaltung gerufen wurden.

Während der Kundgebung wurden Flugblätter (weiter unten zu lesen) verteilt und interessante Gespräche mit den BesucherInnen geführt. Dabei wurde deutlich, dass das Handlungskonzept für die wenigstens Stadtfelder eine konkrete Verbesserung ihrer Lebenssituation bedeutet. Im Allgemeinen kann gesagt werden das die meisten angesprochenen Passanten dem Konzept eher skeptisch bis ablehnend gegen überstehen. Die Veranstaltung war letztlich eine Werbeveranstaltung von den Befürwortern des „integrativen Handlungskonzeptes Stadtfeld“, um noch einige Gelder aus dem Städtebauförderprogramm des Bundes zu ergattern. Diese weitere Aufwertung, die damit verbundene Mietsteigerung und die folgende Verdrängung soll den Bürgern aus Stadtfeld mit einer besseren Barrierefreiheit und einem möglichen Boulevard entlang der Großen Diesdorfer verkauft werden.

In diesem Sinne:

Für ein Stadtfeld ohne Yuppies!

Für die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ohne Nazis und Bullen!

Kein Tag ohne soziale (Frei-) Räume!

Flugblatt:

Für mehr soziale Freiräume statt teure Mieten und Boulevard!

Im Rahmen eines integrierten Handlungskonzeptes versuchen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und „engagierte“ Bürger die Struktur und Qualität, im Speziellen der Zentrenachse Große Diesdorfer, aufzuwerten und so den Wert (…) bis hin zu einzelnen Geschäftslagen und Grundstücken zu erhalten und ggf. zu steigern.“ Dieses Konzept ist integraler Bestandteil des Städtebauförderprogrammes des Bundes „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, um die Stadtteile „…als Standort für Wirtschaft und Kultur sowie als Orte zum Wohnen, Arbeiten und Leben langfristig zu erhalten.“

Wir verbinden mit diesem Vorhaben weitere Mietsteigerungen, Verdrängung ärmerer Bevölkerungsschichten und Kürzungen im sozialen & kulturellen Bereich. Öffentliche Plätze sollen kommerzialisiert werden. Unsere täglichen Bedürfnisse wie Wohnraum, Mobilität, kulturelle und soziale Freiräume spielen offenbar nur dann eine Rolle wenn es darum geht, diese profitabel zu verkaufen und aufzuwerten.

Kein Tag ohne soziale (Frei-) Räume!

Während sich auf der einen Seite Politiker und Vertreter der Wirtschaft über die (Neu-) Gestaltung unserer Straßen unterhalten, sind auf der anderen Seite soziale, kulturelle und Wohnprojekte mit Schließung bedroht. In Stadtfeld sind davon allein drei Projekte betroffen. Das Heizhaus als städtischer Jugendclub ist von Einsparungen seitens der Stadt betroffen. Das Heizhaus wurde von Punks erkämpft und stellt seitdem vielfältige politische, soziale und kulturelle Angebote bereit. Die aktuelle Jugendhilfeplanung sieht dabei vor, die Stellen der pädagogischen Mitarbeiter schrittweise abzubauen, Einschnitte in die Öffnungszeiten und viele andere Sauerein sind bereits jetzt die Folge.

Das Hallenhausen, ein seit über 20 Jahre selbstverwalteter Jugendclub, bereichert den Stadtteil mit unkommerzieller Hip Hop Kultur und befindet sich nun inmitten einer Einfamilienhaussiedlung. Das Hallenhausen wird von den Baumaßnahmen der Firma GETEC umzingelt und es ist eine Frage der Zeit, bis das Hallenhausen den Interessen von GETEC weichen muss. Der Infoladen in der Alexander-Puschkin-Str.wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen mit dem Willen , kollektiven Wohn-, soziale und kulturelle Freiräume zu schaffen. Seitdem ist der Infoladen ein Anlaufpunkt für Menschen aus dem Kiez und stellt eine Infrastruktur für Debatten, Informationen und Aktivitäten derjenigen bereit, die sich für eine solidarische Gesellschaftsordnung organisieren, Teil sozialer Kämpfe sind oder sich gegen rassistische und patriarchale Diskriminierung einsetzen. Er soll aber auch einen kleinen Freiraum bieten, in dem das Programm nicht von kommerziellen Interessen und der Umgang nicht von Konkurrenzdenken bestimmt ist. Nun wurde der gesamte Gebäudekomplex an Immobilienhaie (Hausverwaltung Stadtpalais Berlin; Potsdamer Straße 98; 10785 Berlin) aus Berlin verkauft und die Mieten schnellen in die Höhe. Der Infoladen ist von Sanierung, Aufwertung und letztlich von Verdrängung betroffen. Ein weiteres Beispiel ist der Umsonstladen in der Brandenburger Str., der auf Grund der Kürzungspolitik der Stadt von der Schließung betroffen ist. Allen Projekten ist eins gleich: Unsere Bedürfnisse sollen der Profitlogik weichen und bestmöglich vermarktet werden!

Die Aufwertung, Mietsteigerungen und Verdrängung ist ein Prozess in Stadtfeld der sich seit Jahrzehnten vollzieht und bereits viele Menschen getroffen hat. Immer mehr verschwindet der preiswerte Wohnraum, gerade ärmere Bevölkerungsschichten sind gezwungen an den Stadtrand zu ziehen um hier Platz zu machen für Immobilienspekulanten und den Ausverkauf unseres Stadtteiles an Reiche und Mittelständische.

Darüber hinaus ist es eine Farce die Vorsitzende der MVB zum Thema Mobilität sprechen zu lassen. Die Grenzen einer uneingeschränkten Mobilität liegen nicht an dem Ausbau und Verbesserung des Straßenbahnnetzes, sondern werden viel mehr durch die ständigen Fahrpreiserhöhungen bestimmt. Teure Tarife, der Einsatz privater Sicherheitsunternehmen mit stadtbekannten Nazis und die ständigen Anzeigen wegen „Schwarzfahren“ sind massive Einschnitte in die Mobilität und in das öffentliche Leben.

Widerstand ist machbar!

Es ist deutlich, dass unsere Interessen und Bedürfnisse wieder ein mal der Profitlogik weichen sollen. Ein kollektiver Widerstand gegen Sozialabbau, Mietsteigerung und Verdrängung geht uns alle an. Statt über den weiteren Ausverkaufs unserer Stadtteils zu diskutieren geht es darum, unkommerzielle soziale und kulturelle Projekte zu erhalten und für ein selbstverwaltetes Stadtfeld ohne Yuppies einzutreten.

In diesem Sinne fordern wir euch auf euch solidarisch mit den bedrohten Projekten zu zeigen und die Aktivitäten zum Erhalt des Hallenhausen, des Heizhauses und des Sozialen Zentrums tatkräftig zu unterstützen.

 Hände weg vom Infoladen, Heizhaus und Hallenhausen!

Selbstorganisation & Solidarität gegen Ausbeutung und Unterdrückung!

http://zusammenkaempfen.bplaced.net/2014/04/erfolgreicher-protest-gegen-handlungskonzept-fur-stadtfeld-%E2%80%9Eburger-fur-stadtfeld-e-v-%E2%80%9C-reagiert-mit-polizei/

Hundeschiete gehört in die Tüte! Liegen lassen kostet 100€?

Hundeschiete gehört in die Tüte!- Hundbesitzer zu Kotkurieren ?

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An Alle HundebesitzerInnen und NichthundebesitzerInnen, an alle StadtfelderIn!

Als wenn die täglichen Kiezbesuche des Ordnungsamtes nicht schon ausreichen, tauchten in letzter Zeit die schönen neuen Schilder der Initative „ Magdeburg bleibt sauber “ auf .
Mal abgeshen davon das man um sauber zu bleiben erst mal sauber sein müsste
stellt diese neuerliche Initiative einiger Hunde Feinde & Lobbyisten eine neue klare Provokation dar .Weswegen werden öffentliche Grünflächen verkauft während es kaum platz für Hund wiesen
gibt ? Abgesehen von den entstanden Kosten für die Schilder und den wahrscheinlich niedrig ausfallenden Lohn von 1,28€ der Stadtarbeiter,sollten wir uns fragen warum wir dermaßen eingeschüchtert werden sollen? Wäre es nicht sinnvoller gewesen von dem Geld Müllbeutel zu kaufen und die Scheiße zu entferne anstatt zu ignorieren was nicht zu verhindern ist . Ein Hund wird unweigerlich irgendwann Scheißen ….und der Besitzer hat meist keinen Einfluss drauf.
Ob wohl Hundebesitzer ja eigentlich genug Steuern bezahlen um erwarten zu können das Pfiffi auch einen platz für die Notdurft in der Urbanen Konsumwelt findet
Den die Verbundenheit von Tier und herrschen ist meist nicht so groß das dieser auch die persönlichen Exkremente des kleinen Lieblings mit sich führen würde
Und mal ganz ehrlich nicht nur aus nem evolutionären Blickwinkel scheint die Schmerzgrenze
für uns HundebesitzerInnen überschritten Wir lassen uns nicht zu Kotbeutel machen.
Seit Jahren sehen wir uns nun schon mit einem ständigen Ausverkauf unserer Stadt und unserer Stadtteile konfrontiert. Die Straßen in der Innenstadt verschönern sich, Alleen zum shoppen werden geschaffen und die einst „grünste“ Stadt verwandelte und verwandelt sich weiterhin zu einem Einkaufsparadies im Herzen einer Arbeitlosenhochburg. Doch woher nehmen ,wenn nicht stehlen, den Magdeburg ist pleite Und Hundehalter sind eine angenehme Einnahmequelle den heutzutage wird ein Haustier als Luxusgegenstand betrachtet. Jedenfalls wird es so beim Amt gesehen. Und somit in der Logik, wer Luxus Gegenstände besitzt wie Bspw. nen Pudel, muss für diesen Luxus etwas zurückgeben Nämlich Nerven und Geld welch meist durch die alltäglichen Belästigungen des Ordnungsamtes Realität werden
Das Motto „Bleib sauber Magdeburg“ bedeuetet für uns nicht nur in der Diskussion um Hundescheiße eine weitere Verschärferung des Klassenkampfes von oben! Die öffentlichen Plätzen werden uns genommen, angefangen bei der „Hundeschiete“ wo es kein platz für die Bedürfnisse der Tiere gibt bis dahin, das immer mehr Jugendclubs geschlossen werden . Alles einst öffentliche Räume für die es kein Geld mehr gibt oder längst verscherbelt sind…Der Stadtteil soll profitabel&
Touristenfreundlich gestalten werden.
Unsere Antwort muss sein „Jeder liebt sein Viertel- ohne Spekulanten“ Wir wollen uns in unseren Stadtteil frei bewegen. 100€ für „Hundeschiete sind zu viel und eine reine Provokation !
Wir fordern die Stadt Magdeburg auf, anstatt die alltägliche Kontrolle der Stadtteile auszubauen,
uns mehr Plätze für unsere Kinder und unsere Tiere zu geben- Und das umsonst!
Wir bekommen nur das, was wir uns selbst erkämpfen!Zeigt Solidarität mit euren NachbarInnen und AnwohnerInnen! Solidarisiert euch mit den Opfern von Belästigungen durch Ordnungsamt und Polizei

100€ für „Hundeschiete sind zu viel!
Hunde Besitzer sind keine Kotsammler!
Die Stadtteile denen die drin Wohnen !

Zusammen Kämpfen + DKP Magdeburg

Wir Kämpfen gegen den Sozialabbau in unserer Jugendeinrichtung Heizhaus!

Das Heizhaus ist in den neunziger Jahren enstanden als Treffpunkt für alternative Jugendliche und Punks aus ganz Magdeburg.
Heute ist das Heizhaus die einzige noch öffentlich getragene Jugendeinrichtung in Stadtfeld, dem bevölkerungs-reichsten Stadtteil Magdeburgs. Regelmäßig finden hier die unterschiedlichsten Konzerte statt. Mit dem Geist der Zeit und der jugendlichen Entwicklung finden heutzutage neben den von Punks dominierten Partys auch Hip – Hop Konzerte und Workshops regelmäßig im Heizhau statt. Außerdem bietet das Heizhaus einen Raum für offene Jugendarbeit. Neben Siebdruckworkshops und einem wöchentlich stattfindendem Frühstück (jeden Dienstag) und Mittagessen (jeden Donnerstag) werden den Jugendlichen hier außerdem Bandproberäume zur Verfügung gestellt. Das Heizhaus stellt somit den einzigen Anlaufpunkt für viele Jugendliche aus der alternativen Szene in nicht nur aus Stadtfeld dar.
Mit der neuen Landesregierung gehen die Sparmaßnahmen weiter. So gibt es ab April keine Förder- gelder mehr für Ein-Eurojobber im Heizhaus. Wir fordern hier keine Ein-Eurostellen für den sozialen Frieden in Stadtfeld, den gibt es hier schon lange nicht mehr. Dafür hängt Stadtfeld schon zu sehr der Ruf einer Yuppiehochburg nach. Abgesehen davon sahen viele Besucher in den Ein-Euromaßnahmen, nur den Versuch die fehlende Pädagogen durch, für diese Tätigkeit unqualifiziertes Personal zu ersetzen.
Zusätzlich zu diesem weiteren Einschnitt müssen die BesucherInnen nun hinnehmen, dass Konzerte wegen fehlender Personalgelder jetzt theoretisch um 1 Uhr Nachts beendet werden müssen. Sicherlich werden Manche denken, um 1 Uhr reicht doch aus mit dem Lärm in Stadtfeld. Doch lasst uns nicht vergessen dass, diese Jugendlichen auf den Straßen unbeaufsichtigt viel lauter sein können. Wir wissen, dass diese Streichungen nur ein Ausdruck sind für das Desinteresse der Herrschenden gegenüber den sozialen Bedürfnissen der Jugend bzw. der gesamten Gesellschaft. Eine Gesellschaft, welche den Banken Milliarden schenkt und dafür seine schwachen Mitmenschen wie Alte und Jugendliche vergisst. Hier scheinen nur die Interessen der Besitzenden zu zählen.
Doch auch wir haben Bedürfnisse und Träume!-Bedürfnisse, wie einen Rückzugsraum zu haben, einen Treffpunkt für Jugendliche, welche nicht nur für Playstation und Einkaufen leben. So sind die Praktische Alternativen heutzutage begrenzt auf selbstverwaltete Jugendeinrichtungen, von jugendlichen für jugendliche“. Wie bspw. das Hallenhausen oder der Stadtteiladen „Infoladen“ in Stadtfeld Stadt O-Ton“In diesen Treffpunkten haben Jugendliche die Verantwortung für das Geschehen in und um die entsprechende Einrichtung herum selbst übernommen“.
Wir sehen diese Einrichtungen nicht nur als eine praktische Konsequenz im Zeitalter des Sozialabbaus und der Globalisierung der Armut im Kapitalismus Wir erkennen, dass wir unsere Freiräume selbst organisieren müssen.
Auf der anderen Seite lassen wir uns nicht alles bestehende einfach kampflos nehmen Das Heizhaus gehört zu Stadtfeld wie seine Jugendlichen Bewohnerinnen

Wir wollen hier heute Laut daran erinnern was es bedeutet, wenn Jugendliche auf der Straße rumhängen und wie wichtig uns der Erhalt des Heizhauses als kulturelle Einrichtung ist. Das Heizhaus ist ein Teil der alternativen Geschichte Stadtfelds, was diesen Stadtteil für viele Bewohnerinnen erst attraktiv gemacht hat. Fern ab der Plattenbauten Olvenstetdts oder dem Ruf einer Nazihochburg, welcher Magdeburg häufig anhängt.

Auf der anderen Seite wollen wir darauf aufmerksam machen, dass in unserer Gesellschaft nur der organisierte Widerstand etwas verändert. Wir wehren uns hier und nicht nur heute gegen Sozialabbau oder wie wir es nennen, den Klassenkampf von oben.

Freiräume werden erkämpft, nicht erbettelt!
Zusammen Kämpfen gegen Sozialabbau!

Zusammen Kämpfen/Magdeburg