27 Jahre Klassenkampf im Kiez – Stadtfeld bleibt widerständig!

Proletarische Autonomie  Sommer 2017

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Die DDR setzte in ihrer Wohnungspolitik aus Kosten- und Effektivitätsgründen vorrangig auf den Bau von Neubauten, wodurch die Altbauten vernachlässigt wurden. Dies wiederum führte dazu, dass die Altbauviertel in keinem sonderlich guten Zustand waren. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass das „Instandbesetzen“ von Altbauwohnungen in der DDR nicht illegalisiert wurde. Das hieß, wenn mensch eine leer stehende Altbauwohnung eigenständig bezog und in Eigenregie sanierte bzw. Instand setzte, konnte mensch diese legalisieren. Bei aller Kritik an der DDR, wurde Wohnen dort als Grundbedürfnis betrachtet und war entsprechend wie die Grundnahrungsmittel sehr günstig. Die Miete einer 3- Raumwohnung bewegte sich im Neubau bei um die 70 (Ost-)Mark, im Altbau sogar bei nur ungefähr 30 Mark (bei einem Durchschnittsgehalt/Lohn von 1000 Mark). Einzelne „instandbesetzte“ Wohnungen gab es also schon zu DDR- Zeiten und dies auch in Stadtfeld.

Diese hier beschriebenen sozialen Verhältnisse änderten sich nach der Einführung der Diktatur der Banken und Konzerne im ehemaligen Ostblock, bzw. dem (vorübergehenden!!!) Siegeszug des Imperialismus natürlich gravierend. Was 1989 als antiautoritäre Proteste gegen die repressive Seite der DDR begann, führte leider nicht zu einer Weiterentwicklung dieser, sondern endete ja bekanntlich in der Annexion der DDR durch das westdeutsche Kapital und dessen Staat BRD. Das sogenannte Volkseigentum wurde durch die Imperialisten mit Hilfe der Treuhand verschachert, einverleibt usw., was im Osten zu Deindustrialisierung und damit einhergehenden sozialen Grausamkeiten führte. (Wofür der Chef der Treuhand in Übrigen von einem Kommando der RAF erschossen wurde.)

Auch die Häuser und Wohnungen, im Kapitalistensprech Immobilien, wurden an die (westdeutschen) „Besitzer“ von vor 1949 (Gründung der DDR) „zurückgeführt“ bzw. verramscht.

Entwicklung Stadtfelds zu einem linken Bezirk Anfang der Neunziger

Als Anfang der 1990er die BRD im Osten die Wirtschaft und auch den Wohnungsmarkt von Staatseigentum in Privatbesitz umwandelte, entstanden in den ersten Jahren kurzzeitig gute Bedingungen für autonome proletarische Initiativen in den Altbauviertel der ehemaligen DDR, so auch in Stadtfeld. Viele Häuser und Wohnungen standen leer- in sehr vielen Fällen waren die Eigentumsverhältnisse der Immobilien noch ungeklärt. Hinzu kam, dass die Repressionsorgane im Osten der Republik noch nicht auf der Höhe waren und mit vielen für sie neuen Phänomenen, wie z.B. (auf einmal verbotenen) Hausbesetzungen (aber auch „banden mäßig organisierte“ Enteignung u.ä.) nur schwerfällig zu Recht kamen. Ehemalige „Volkspolizisten“, neue Staatsanwälte, Richter usw. mussten sich erst in die neue Gesetzeslage „einarbeiten“ und trauten sich anfangs weniger „durch zu greifen“. Für einige dürfte auch unklar gewesen sein ob und wie Ihr Berufsleben in dem „neuen Staat“ eine Fortsetzung findet. Diese Bedingungen gaben unserer Klasse gewisse Möglichkeiten.

Den bis hier beschriebenen Verhältnissen entsprechend waren die Altbauviertel der ehemaligen DDR, wie Stadtfeld Anfang der 1990er Wohnort der Unterschichten- (ungelernte) ArbeiterInnen, Arbeitslose, MigrantInnen, Punks usw. Die billigen Mieten und der vorhandene Leerstand ganzer Häuser zog zusätzlich eine linksradikale und antifaschistische Bewegung an, die sich in Stadtfeld festsetzte und hier eine sozialrevolutionäre Kultur und Praxis entfaltete. In dieser Zeit entwickelte sich der Stadtteil auch zur „No-Go-Area“ für Nazis, bis heute. Die Faschisten wurden/ werden hier direkt körperlich konfrontiert und verjagt. Fast täglich kam es zu kleineren und größeren Zusammenstößen, wobei einige Straßenschlachten mit Faschisten und der Staatsgewalt bis heute legendär sind. Zu nennen wären da z.B. der Angriff von Faschisten auf ein besetztes Haus in der Arndstraße (im Jahr) 1992, welcher mit Steinen, Mollies u.ä. zurückgeschlagen wurde, der Angriff von Nazis auf die Raabestr. 20, der einige der Angreifer direkt ins Krankenhaus beförderte, die Straßenschlacht mit Nazihools vor der (Diesdorferstr.) 208. Diese Aufzählung ließe sich beliebig lang fortsetzen, einfach weil die Auseinandersetzung eine alltägliche war. Die Hauptlast dieser Selbstschutzpraxis im Kiez wurde zu dieser Zeit von den Punks getragen, wobei auch Autonome und andere antifaschistische Subkulturen ihren Anteil daran hatten und Stadtfeld mit zu dem gemacht haben was es heute ist- NAZIFREI!!! Die besetzten Häuser und linken Hausprojekte waren und sind dabei, neben den Olvenstedter Platz, dem damaligen Treffpunkt der Punks, Ausgangspunkte des Widerstands.

Unser Kiez war also Anfang der 1990er ein unterschichtsdominierter Stadtteil, der im Laufe der 90er immer stärker linksradikal und linksalternativ geprägt wurde. Es entstanden dutzende besetzte und legal erkämpfte Hausprojekte, schwarz bezogene Wohnungen u.s.w., welche regelmäßig durch die Staatsmacht geräumt wurden, worauf wiederum neue entstanden (siehe dazu Chronik der besetzten Häuser). Auch eine Vielfalt an linksradikalen Gruppen gingen aus Stadtfeld hervor.

Die Gründe hier Häuser zu besetzen waren also von Anfang an sowohl politischer als auch sozialer Natur. Die Einen hatten schlicht keine Kohle für Miete, die Anderen sahen aus politischen Gründen nicht ein, irgendwelchen Miethaien ihren Lohn/ ihre Stütze in den Hals zu schmeißen. Und natürlich traf auf die Meisten beides zu.

Der Klassenkampf von oben intensiviert sich ab Mitte der 1990 im Kiez

Mitte der 1990er dreht sich der Wind- der Klassenkampf von oben intensiviert sich nun auch im Viertel. Die Verfolgungsbehörden haben sich jetzt auch im Osten des neuen Großdeutschlands eingespielt und laufen auf repressivem „Normalbetrieb“ der BRD. Die ehemaligen Staatsbetriebe sind verscheuert und die Eigentumsverhältnisse der Häuser weitgehend geklärt. So ist das auch in unserem Kiez. Hinzu kommt noch, dass Stadtfeld direkt an die Innenstadt grenzt und somit für das Kapital besonders interessant ist. Höhere Mieten- höhere Profitmöglichkeiten. Die Innenstädte sind im Kapitalismus ja bekanntlich als Konsummeilen konzipiert und als Wohnorte, (fast ausschließlich) der Mittel- und Oberschicht vorbehalten. Damit verbunden sind Verdrängungsprozesse der alteingesessenen proletarischen Bevölkerungsteile in die „Ghettos“ am Stadtrand (z.B. Olvenstedt, Nord, Reform…). Diese vollziehen sich im Zuge der von den Immobilienhaien forcierte sogenannte „Aufwertung“ (Sanierung) und den damit verbundenen Mieterhöhungen. In späteren Jahren kommt noch der großflächigen Abriß ehemaligen „Volkseigentums“ in den erwähnten Neubaugebieten hinzu. Durch diesen massiven Abbau Tausender bezahlbarer (Sozial-)Wohnungen werden die Mietpreise in Magdeburg zu Gunsten der Immobilienwirtschaft stabilisiert bzw. erhöht. Und nicht nur die großen Bauriesen und Immobilienfirmen wittern hier das große Geschäft.

Zum Beispiel hat dass Land-Sachsen, wie andere neue Bundesländer die Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau überwiegend an „Häuslebauer“ heraus gegeben. So hatte der Freistaat Sachsen von den 90 Millionen Euro, die er 2016 aus dem Sozialwohnungstopf des Bundes erhalten hatte, etwa 70 Prozent für die Förderung des Eigenheimbaus ausgegeben. Wir sind uns sicher das es in Sachsen-Anhalt oder anderen „neuen“ Bundesländern nicht anders aussieht

Auch die (hauptsächlich westdeutsche) Mittelschicht entdeckt den Wohnraum im Osten als lukrative Altersvorsorge für sich. Viele Wohnungen und Häuser auch in Stadtfeld gehören heute ihnen und werden von regionalen Hausverwaltungen zu unverschämten Preisen für sie vermietet.

Die (Luxus-)Sanierung unseres einst sehr proletarischen Viertels beginnt zu dieser Zeit- die Mieten steigen explosionsartig (z.T. um mehrere Hundert Prozent). In diesem Prozess werden die besetzten Häuser und die schwarz bezogenen Buden nach und nach durch die Bullerei geräumt. In weniger als 10 Jahren wird Stadtfeld zu einem mittelschichtsgeprägten und überdurchschnittlich teuren Stadtteil.

Natürlich vollzieht sich das ganze nicht ohne Widerstand. Häufig eingesetzte Mittel sind dabei Graffities und Farbbomben gegen sanierte Häuserfassaden, sowie Neubesetzungen. Häufig folgten Häuserräumungen, Demonstrationen und ähnliches. So wurden auch die legalen Wohn- und Kulturprojekte, wie die ehemalige U8 (Uhlandstr. 8) und das Heizhaus durch massive Straßenpraxis, wie z.B. tägliche Straßenblockaden durchgesetzt. Bei beiden Projekten wollte sich die Stadt mehr Ruhe auf Stadtfelds Straßen „erkaufen“. Das selbe galt auch für die Raabestr.20.

Schwerpunkt der politischen Arbeit der linksradikalen Gruppen lag jedoch, bedingt durch die gesellschaftlichen Verhältnisse, wie im vorigen Absatz beschrieben beim Antifaschismus.

Allerdings ist anzumerken, dass die Widerstandsbewegung in 108 die Dimension des Angriffs von oben zu spät realisierte. Zu beginn der Sanierungswelle Anfang/ Mitte der 1990er wäre die „Yuppisieung“ unseres Viertels durch ganz massiven Widerstand eventuell zu verhindern gewesen. Zum Ende der 90er gab es in Stadtfeld keine besetzten Häuser mehr. Als Anlaufpunkt der linken und subkulturellen Szene blieb nur das Heizhaus übrig, welches bis heute mehr wie ein soziales und kulturelles Zentrum als ein „Jugendclub“ funktioniert.

Dies änderte sich im Jahr 2000 durch die Besetzung eines Gebäudekomplexes in der Gr. Diesdorfer Straße 15.

2000er oder das Ulrike- Meinhof- Haus und der Kampf ums Viertel

Im Frühjahr 2000 besetzten ein gutes Dutzend AktivistInnen des „Autonomen Zusammenschlusz (AZ)“ das Hinterhaus der Diesdorferstr. 15. Das von den BesetzerInnen „Ulrike Meinhof- Haus“ getaufte Objekt war von Anfang an als ein sozialrevolutionäres Projekt konzipiert, welches den Stadtteilkampf im Viertel vorantreiben sollte. Die Besetzung wurde als Enteignung leerstehenden Wohnraums und deren Vergesellschaftung durch die NutzerInnen verstanden. Das von der Bewegung liebevoll „Ulrike“ genannte Haus begriff sich also als Teil des Klassenkampfes: „Wir und unsere Klasse sind in Permanenz dem Klassenkampf von oben ausgesetzt in Form von Mietwucher und Verdrängung der Bevölkerungsteile ohne viel Kohle aus Stadtfeld. Unsere Antwort heißt Widerstand und Klassenkampf von unten- Mieten drücken, Häuser besetzen, Enteignungen von Lebensmitteln, Nulltarif, Angriffe auf Besitz und Symbole der Mittel- und Oberschicht!“

Die „Ulrike“ entwickelte sich schnell zu einem Anziehungspunkt der Widerstandbewegung in Stadtfeld, Magdeburg und darüber hinaus. Das Projekt wuchs schnell an und im selben Jahr wurde dann auch das Vorderhaus mit besetzt. Das Haus war Wohnort für bis zu 35 Personen und wurde Ausgangspunkt für vielfältige sozialrevolutionäre Initiativen, von Demonstrationen und Kundgebungen, über Briefkastenverteilungen (mehreren Tausend jeden Monat), bis hin zu militanten Aktivitäten uvm. Mit der Zeit entstanden in der „Ulrike“ ein/e Cafe/ Kneipe, ein Umsonstladen, Versammlungsräume, ein Infoladen und mehr. Es fanden wöchentlich Veranstaltungen und Konzerte statt, zeitweilig wurden täglich Volxküchen organisiert.

Das Überleben wurde von den BewohnerInnen versucht kollektiv zu organisieren. Dazu gehörte das gemeinschaftliche „Klauen gehen“ in Supermärkten (nicht in kleinen Läden!), das gemeinsame Besorgen „kostenloser“ Kohle, Holz und anderer Brennstoffe für die Winter, das Organisieren antifaschistischer Patrouillen usw.

Während der fast dreijährigen Besetzung des „Ulrike Meinhof- Hauses“ wurden mehrere größere Angriffe von Bullen und Faschisten erfolgreich zurückgeschlagen und der Kampf gegen „Gentrifizierung“ (soziale Verdrängung) zu einem Dauerthema der Stadtfelder/ Magdeburger Widerstandsbewegung gemacht.

Die Entstehung der „Ulrike“ rief natürlich sehr schnell die Staatsgewalt auf den Plan. Die dynamischen Prozesse rund um das Hausprojekt sollten durch die dann folgenden Repressionsschläge gebrochen werden. Die Gruppe „Autonomer Zusammenschlusz“, wie oben erwähnt ein untrennbarer Teil des Hausprojektes, galt dem Verfassungsschutz ab 2000 als aktivste linksradikale Gruppe in Sachsen- Anhalt. Im Jahr darauf ermittelte das LKA (Landeskriminalamt)unter verschiedenen Vorwänden. Im Jahr 2002 schlägt dann das BKA (Bundeskriminalamt) mit der Terrorismus- Keule (§129a Gründung einer terroristischen Vereinigung im Inland) gegen die Gruppe zu.

Im Zuge der Repressionsschläge wurde im September 2002 die „Ulrike“ von mehren Hundertschaften geräumt und 24 Stunden (nachts mit riesigen Scheinwerfern ausgeleuchtet) mit hohen technischen und personellen Aufwand durchsucht. Dieses Vorgehen rief auch in der Nachbarschaft Empörung und erheblichen Widerstand seitens der Stadtfelder Bewegung hervor. Der Räumung folgten Demonstrationen, Kundgebungen, Straßenblockaden, Versuchte Neubesetzungen, militante Aktionen und vieles mehr. Die ehemalige „Ulrike“ ist bis heute nicht frei von Graffitis und Farbeiern. Dieser Kampf zog sich mehrere Monate bis zur Verhaftung 3 ehemaliger Besetzer nach §129a (Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung) im November 2002. In Folge dieser massiven Repression war die Stadtfelder/ Magdeburger Widerstandsbewegung mehrere Jahre gezwungen sich auf die Antirepressionsarbeit und die Unterstützung der Gefangenen zu konzentrieren, woraus später das „Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen- Magdeburg“ entstand. In dieser Zeit schlief der Abwehrkampf gegen die Aufwertung des Viertels weitestgehend ein.

Erst in den Jahren 2007/ 2008 nehmen sozialrevolutionäre Gruppen wie „Zusammen Kämpfen“, das „Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen“, die lokale Struktur der Kommunistische Partei (DKP) und andere den Klassenkampf im Stadtteil in organisierter Form wieder auf.

Der Stand der Dinge? la lotta continua!- Soziales Zentrum/ Infoladen bleibt!

Auch in den letzten 10 Jahren hat sich das Kräfteverhältnis im Kiez zu Ungunsten der einfachen ArbeiterInnen und Arbeitslosen verschoben. Es ist „schick“ in Stadtfeld zu wohnen und dies zieht das entsprechende, zahlungskräftige Klientel an. Neue Luxusbauten, wie am Schlachthof sprießen aus dem Boden während es unserer Klasse immer schwerer fällt im Viertel bezahlbaren Wohnraum zu bekommen, der nicht die Hälfte und mehr des Lohn auffrisst. Eine völlige Aufwertung ist dem Immobilienkapital dennoch nicht gelungen und dies aus hauptsächlich den folgenden drei Gründen:

  1. Besteht nicht die Nachfrage nach der Masse an Luxuswohnraum in Magdeburg. Zumal es auch andere „attraktive“ Gegenden für solche Wohnungen z.B. an der Elbe gibt.

  2. Wurden viele Häuser sehr schlecht saniert, so dass in diesen z.B. der Schimmel vermehrt wieder zum Vorschein kam, oder wie im März 2014 in der Immermannstraße eine ganze Feuertreppe, auf der sich Menschen aufhielten abstürzten, was bei den betroffenen schwerste Verletzungen hervorrief. In einigen dieser Häuser sind die Mieten also wieder erschwinglicher.

  3. Haben sich die Radikale Linke, Punks und andere alteingesessene Teile unserer Klasse hier hartnäckig gehalten.

Nach wie vor sind die große Mehrheit der BewohnerInnen Stadtfelds normale ArbeiterInnen, StudentInnen, Arbeitslose und so weiter, auch wenn die privilegierteren Schichten das Bild hier stark mit prägen. So reißt der Widerstand in Stadtfeld einfach nicht ab. Immer wieder bringt der Kiez Ansätze autonomer proletarischer Organisierungen hervor wie „Zusammen Kämpfen“, eine lokale Struktur der Kommunistischen Partei (DKP) oder „Proletarische Autonomie“. Gruppen die den Stadtteil als Schwerpunkt ihrer Praxis verstehen und die steigenden Mieten und die Verdrängung sozial schwacher Bevölkerungsteile thematisieren, Gruppen die für eine klassenlose und herrschaftsfreie Gesellschaft kämpfen. So fanden die meisten Demonstrationen und Kundgebungen, wie der revolutionäre 1. Mai oder die „Mieten runter- Löhne rauf“- Demos am 3. Oktober, im Stadtteil statt oder endeten hier. Seit vielen Jahren organisieren verschiedene autonome, anarchistische und kommunistische Initiativen das „Stadtfeld Sommerfest“, Fußballturniere unter verschiedenen Mottos, verteilen tausende von Flugblättern zu verschiedenen Themen in den Briefkästen usw. Im Jahr 2016 kommt es zu dem Versuch, neben dem Heizhaus und dem Infoladen ein weiteres soziales Zentrum, das „ArbeiterInnen und Jugendzentrum Alex“ aufzubauen. Dieser scheitert allerdings auf Grund von Intervention der Repressionsorgane.

Ein wichtiger Ausdruck sozialrevolutionärer Politik in Stadtfeld in den letzten 10 Jahre war Aufbau und Erhalt des sozialen Zentrums in der A.- Puschkinstr. 20. Dieses Projekt entstand 2008 mit der Eröffnung des Infoladens, einer zu einem symbolischen Preis angemieteten Ladenfläche, welche in Eigenregie saniert wurde. Später wurden im selben Gebäude 2 leer stehende Wohnungen, sowie der Dachboden besetzt. In den besetzten Räumlichkeiten wurden eine Werkstatt, Wohnraum für Obdachlose, sowie ein großer Sportraum mit vielen Geräten zur kostenlosen Nutzung eingerichtet. Gerade die sozialen Selbsthilfeprojekte, wie der Sportraum, die wöchentliche Volxküche, das Sonntagsfrühstück und die Rechtsberatung werden bis heute von vielen wahrgenommen. Im Infoladen wurden und werden bis heute dutzende politische und kulturelle Veranstaltungen organisierten. Sowohl für linke Gruppen als auch für proletarische Jugendliche ist das Haus sozialer Treffpunkt und politische Heimat geworden. Das Projekt hat mittlerweile mehrere Faschoangriffe und 3 große Razzien bzw. Überfälle der Repressionsorgane erlebt. Am 14. Januar 2012 zum Beispiel, dem Tag des jährlichen Naziaufmarsch fungierte der Infoladen als Anlauf- und Informationspunkt für AntifaschistInnen in der Stadt. Als es zu willkürlichen Übergriffen und Festnahmen seitens der Bullen vor dem Haus kam, setzten sich die NutzerInnen und anwesenden AntifaschistInnen so massiv zur Wehr, dass die eingesetzte Hundertschaft anständig etwas ab bekam und sich zurück ziehen musste. Was folgte war eine fast 10 Stundenlange Belagerung des Sozialen Zentrums und des Stadtteils durch mehrere Hundertschaften inklusive zwei Räumpanzern. Im Nachgang wurde von der überwiegenden Mehrheit der Nachbarn Unverständnis bis Ablehnung für den Polizeieinsatz, gegenüber den Hausbewohnerinnen deutlich gemacht Den Bullen ist es in diesem Falle bis zum freiwilligen Verlassen der GenossInnen nicht gelungen in das Haus einzudringen.

Im Jahr 2013 wird das Haus an Miethaie in Berlin verkauft. Diese haben vor das Objekt „auf zu werten“ und danach sehr viel teurer und an zahlungskräftige, neue MieterInnen zu verscheuern. Als erstes werden Hausflur und Fassade schlecht und unter ausbeuterischen Bedingungen für die vornehmlich aus Osteuropa stammenden Arbeiter saniert, dann folgen der Dachboden und die davor besetzten Wohnungen. Die Mieten der beiden sanierten Wohnungen liegen heute fast doppelt so hoch, wie vor der Sanierung. Der Raum im sozialen Zentrum ist also schon enger geworden. Sowohl die Wohnung für Obdachlose, als auch die Werkstatt sind verloren. Dennoch lief es für die neuen Besitzer nicht wie Gewünscht. Außenfassade und Hausflur werden regelmäßig „abgewertet“ und der Dachboden wird immer wieder für die NutzerInnen zulänglich gemacht. Bei den neuen Vermietern dürfte sich die Einsicht durchgesetzt haben, dass mit dem Haus vorerst nicht das dicke Geschäft zu machen ist. Dies erklärt den dritten Vermieter wechsel in 3 Jahren, diesmal an einen Herren aus Wien. Im März 2018 läuft der Mietvertrag für den Infoladen aus. Natürlich werden wir versuchen ihn zu verlängern. Sollte uns dies nicht gelingen steht es für uns außer Frage, dass wir als NutzerInnen den Laden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen werden. Das ist für uns nicht verhandelbar: Infoladen bleibt! Wir bleiben alle! Stadtfeld bleibt proletarisch!

Wir sind davon Überzeugt das wir nicht nur unsere bereits erkämpfen Erfolgen im Stadtteil halten können, nein wir denken sogar das wir mit vereinten Anstrengungen große Teile des Kiezes zurückgewinnen können. Die unvereinbaren Interessen der Vermieter, Bosse, Bürokraten und Kapitalisten und uns als MieterInnen, Lohnabhängige, Arbeitslose also Unterdrückte können mit nichts weniger als der sozialen Revolution aufgelöst werden. Der Vermieter will den MieterInnen von Natur aus immer mehr abknöpfen genauso wie der Chef den Angestellten immer weniger bezahlen will was natürlich das genaue Gegenteil unserer Interessen ist. Durch ein Zusammenführen der verschiedensten Widerstandsformen können wir aber für uns als Klasse wieder Luft zum atmen erkämpfen. Dies bedeutet das wir uns nicht spalten lassen dürfen und unseren Kampf auf die Prinzipien der Selbstorganisation, Solidarität und des Widerstandes zielt.

Eines der Werkzeuge die wir gemeinsam entwickeln sollten, ist ein proletarischer Stadtteilrat in dem wir als Klasse gemeinsam unserer Problem analysieren können und daraus kollektiven Widerstand entwickeln.

Wir werden den Klassenkampf im Viertel in den kommenden Monaten intensiven. Unterstützt den Widerstand, beteiligt euch an den kommenden Aktivitäten und entfaltet eigene Initiativen!

Klassenbewusstsein entwickeln- Klassenkämpfe entfalten- Proletarische Autonomie erkämpfen!!!

Proletarische Autonomie- Magdeburg, Sommer 2017

(Unvollständige) Chronik besetzter und „legaler“ Häuser in Stadtfeld

1990:

– Besetzung des (ehemaligen Stasi-) Knast (damals „Hauptzentrale“ der Punks aus allen Stadtteilen)

1991/ 92:

– Immermanstr. 6 (hauptsächlich Punx)

  • Immermannstr. 31 (hauptsächlich Autonome)

  • Arndstr. (Punx)

1993:

  • Maxim Gorki Club beim Stadtbad (Frühling)

  • Hotel geheimer Rat; Ende Sommer nach 3 Monaten Räumung (ca. 10 Leute)

1994- 2.1.1995:

  • Friesenstr. 52 (wurde 1 mal Geräumt und wieder besetzt und am 2.1. endgültig geräumt)

1995:

  • Friesenstr. 35

  • U8 (Uhlandstr. 8) und Heizhaus (beide legal mit Verträgen) werden mit Strassendruck durchgesetzt

  • Gr. Diesdorferstr. 246, wurde 1996 geräumt

1996- 1997:

  • Friesenstr. 57 (ca. 10 Leute)

  • Friesenstr. 55

1997- 1998:

  • Raabestr. 20; wurde als Ausweichobjekt für die Friesenstr. 57 durchgesetzt und hatte legale Verträge (ca. 20 Leute)

  • Gellertstr. (legal angemietet)

1998- 2000

  • Villa (Gr. Diesdorferstr.) als Ausweichobjekt für Raabestr. 20

1998- 2002:

  • (Gr. Diesdorferstr.) 208; legal angemietet (ca. 20 Leute)

2000- 2002:

  • „Ulrike“ (Gr. Diesdorferstr. 15); siehe oben

2008- FÜR IMMER!

  • Soziales Zentrum/ Infoladen (A.- Puschkinstr. 20); siehe oben

2016:

  • ArbeiterInnen und Jugendzentrum „Alex“

 

Das Soziale Zentrum / Infoladen erhält fristlose Kündigung

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Das Soziale Zentrum/ der Infoladen Magdeburg, Puschkinstra0ße 20 erhält fristlose Kündigung

Der Infoladen in Magdeburg- Stadtfeld hat kurz vor Weihnachten die fristlose Kündigung vom Hausverwalter (Stadtpalais Berlin, Potsdamer Straße. 98, 10785 Berlin) erhalten. Laut Schreiben und ohne Nennung von Gründen sollen unsere Räumlichkeiten bis 31.März 2016 geräumt sein.

Der Anlass für die Kündigung ist offensichtlich der Verkauf durch die Immotus GmbH an einen neuen Eigentümer.  Bezeichnender Weise ist sie nur schriftlich erreichbar, es handelt sich dabei um eines jener Unternehmen, mit deren Hilfe Kapitalisten sowohl ihre Eigentumsverhältnisse verschleiern als auch kurzfristige Profite realisieren.

Nach dem das Haus mit Hilfe öffentlicher Gelder ( Energetische Sanierung) saniert wurde, änderte sich die Situation für die Mieter/innen und Nutzer/innen des Infoladens schlagartig.

Unbezahlbare Mieten, ständige Versuche der Reglementierung durch die Hausverwaltung und der Verlust von kollektiv genutzten Räumlichkeiten, wie einem Sportraum, einer Werkstatt und Schlafplätze für dauerhafte oder zeitweilig obdachlose Menschen.

Das soziale Zentrum/ der Infoladen entstand 2008 aus dem Bedürfnis von Gruppen und Einzelpersonen ihrer antikapitalistischen Praxis einen kulturellen, sozialen und politischen Raum zu geben.

Inzwischen ist das Soziale Zentrum/ der Infoladen fest verankert im Stadtteilkampf und wird überwiegend von proletarischen Jugendlichen und Jugendlichen mit subkulturellen Hintergrund genutzt. Regelmäßige Veranstaltungen und die Voxü ( Voxü – Volksküche), gemeinsames Kochen zum Selbstkostenpreis, gehören ebenso wie die Fahrradwerkstatt zum Alltag im Sozialen Zentrum. In der Fahrradwerkstatt können Flüchtlinge sich Fahrräder, die von Bürger/innen gespendet werden, zusammen montieren und funktionstüchtig machen.

Dieser konkrete Verdrängungsversuch war mit Blick auf die Entwicklung letztlich absehbar und stellt einen neuen Angriff gegen uns dar, den es gilt auch entsprechend zu beantworten. Von daher wollen wir nicht jammern, sondern die Verteidigung unseres Ladens gemeinsam angehen.

Wir werden das Soziale Zentrum besetzen und so die Investitionsträume zum Platzen bringen. Wir werden für die Erhaltung unseres Sozialen Zentrums in Stadtfeld kämpfen.

Wir rufen dazu auf, den Infoladen mit den verschiedensten Formen zu verteidigen und den Preis für eine Räumung in die Höhe zu treiben. Lasst uns unsere Wut und unseren Widerstand gegen die Kapitalinteressen und ihren Profiteuren zum Ausdruck bringen. In diesem Sinne:

Hände weg vom Sozialen Zentrum/ Infoladen!

Selbstverwaltete Räume erkämpfen und erhalten!
Schluss mit Mietsteigerungen und Vermieterterror!
Für die Enteignung und Kollektivierung der Häuser und Betriebe!

Kein Tag ohne soziale Freiräume! Miete runter – Löhne rauf!

Was war denn da los…?

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Wir dokumentieren einen Flyer, der im Nachtrag zur 3. Oktober-Demo verteilt wurde:

Am 3. Oktober 2015, also am Samstag vor zwei Wochen oder noch einfacher am Tag der „Einheit“, hat sich hier in der Eisnerstraße etwas zugetragen was bei Ihnen eventuell Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht haben Sie den Vorfall selbst nicht beobachten können, aber aus der Volksstimme, von Bekannten oder Nachbarn etwas darüber gehört. Oder Sie fragen sich einfach warum wir jetzt gerade hier stehen. Auf all diese Fragen soll dieses Faltblatt eine Antwort liefern, also vorab schon mal Danke für Ihr Interesse und viel Spaß beim lesen.

Geplant war eigentlich….

An genau jenem Samstag organisierten wir eine Kiez-Demo um auf die aktuelle Mietensituation in Stadtfeld aufmerksam zu machen. Ca. 100 Mieterinnen und Mieter versammelten sich pünktlich um 16.00Uhr auf dem Olvenstedter Platz, um dann lautstark und kraftvoll durch Stadtfelds Straßen zu ziehen. Die Demo machte an jenen Orten halt, die derzeit oder in näherer Vergangenheit an Immobilienspekulanten verkauft worden sind. Exemplarisch dafür ist der noch unsanierte Block in der Goethestraße, das Soziale Zentrum in der Alexander-Puschkin-Str. und der, ebenfalls unsanierte Wohnblock in der Annastr.. An dieser Stelle den ganzen Ablauf der Demonstration darzustellen würde den Rahmen sprengen. Also springen wir zu der Situation, die Auslöser für den darauf folgenden Irrsinn seitens der Polizei war.

….aber dazu sollte es nicht kommen, weil….

An der Kreuzung Beimsplatz/Große Diesdorfer wurden aus der Demo heraus zwei Leuchtfeuer (Bengalen) gezündet, um den Protest auch optisch zu untermauern. Die TeilnehmerInnen der Demo begrüßten diese kurze Aktion. Schließlich befanden wir uns auf der Zielgeraden, denn in der Eisnerstr. wollten wir, letztmalig auf der Route, auf die Situation der Mieter und Mieterinnen aufmerksam machen. Denn auch hier sehen sich einige Menschen mit Mietsteigerung und der herablassenden Art und Weise einer selbstherrlichen Hausverwaltung konfrontiert.
Für die Polizei waren die zwei Wunderkerzen für Erwachsene Grund genug, die Kameras zu zücken und die Demonstration abzufilmen. Nach dem die Fackeln von Demonstrationsteilnehmern gelöscht wurden waren, hielt das provokative Filmen seitens der Polizei an – was einen massiven Einschnitt in unser Demonstrationsrecht bedeutet. Die Kamera lief ununterbrochen weiter und die Einsatzkräfte beratschlagten hörbar über mögliche Verhaftungen. Wir werteten dieses provozierende Verhalten der Polizei als Angriff auf unsere Demo und sahen nicht ein, diese Provokation weiter hinzunehmen. So wurde kurzerhand und entgegen unseres Plans, nämlich bis in den Wendekreis in der Goetheanlage zu laufen und sich dort abschließend mit der Situation der Kleingärtner der Sparte Einigkeit e.V. zu solidarisieren, die Demonstration aufgelöst.
Einige Demonstrationsteilnehmer haben sich geschlossen auf dem Weg zum naheliegenden Jugendclub „Heizhaus“ gemacht und sollten nach wenigen Metern von der Polizei gestoppt werden. Die Polizei hat es damit offensichtlich auf eine Eskalation der Demonstration angelegt, um dann festzustellen, dass sie dieser Situation nicht gewachsen waren. Dabei kam es zu einer Festnahme, während weitere Festnahmen verhindert werden konnten. Was die Polizei der Volksstimme gegenüber als kleine Rangelei darlegte, war aus unserer Sicht das kopflose Verhalten einer debütierenden Einsatzleiterin welches zur Gefährdung auch ihrer eigenen Beamten führte. Ist ja auch kein Wunder, dass Polizisten die knüppel-schwingend auf eine Gruppe Jugendlicher zugehen, mit Widerstand konfrontiert werden. Wenn sie ihre Frustration darüber allerdings auch an umstehenden Demonstrationsteilnehmern und teilweise unbeteiligten Personen auslassen, ist das schon ein ganz schönes Armutszeugnis für die Magdeburger Polizisten.

Aber von den persönlichen Befindlichkeiten der Bullen mal abgesehen, wurde diese Eskalation von den Einsatzkräften dazu genutzt, unseren bis dahin friedlichen und im allgemeinen legitimen Protest zu kriminalisieren und die Deutungshoheit über das von uns auf die Straße getragene Thema für die Volksstimme und für die Stadt, für spätere Auseinandersetzungen, zu sichern. Und sich die Möglichkeit offen zu halten mit dem „Chaoten/Gewalttäter“- Argument um sich schlagen zu können.

Aber es ging noch weiter….

Im Anschluss an die Demo sollte im oben schon erwähnten HeizHaus eine kleine Party mit Essen und Getränken stattfinden. Wir wollten das nutzen um gemeinsam den Ablauf des Tages zu reflektieren. Als also die Demoteilnehmer, die von der Bullenattacke unversehrt geblieben waren, sich in die nähe des HeizHauses begaben, bot sich ihnen das Bild einer Belagerung. Teilweise wurden sie von den auf Verstärkung und Befehle wartenden Einsatzkräften schikaniert. Auf eine friedliche Klärung der Situation wollten sich die schmollenden Cops nicht einlassen. Nur durch die von uns angestrebten Verhandlungen, mit einer höher angesiedelten Dienststelle (Staatsschutz) und deren Feierabendfreudigkeit, konnte die Erstürmung der -wohlgemerkt- städtischen Einrichtung vermieden werden. Welche unweigerlich zu weiteren Verletzten auf beiden Seiten geführt hätte.

Was ist noch zu erwarten….

Wer glaubt die Sache sei damit vom Tisch dürfte sich täuschen. Nicht nur das eine Demonstration die Verhältnisse für Mieter in Stadtfeld grundlegend ändert ist utopisch, sondern auch die Annahme, dass die Bullen ihre Niederlage einsehen und den Tag aus ihrem Gedächtnis streichen ist mit Vorsicht zu genießen. Schon zu anderen Anlässen, seien es die Proteste gegen den jährlich stattfindende Naziaufmarsch oder die Demos zum 1. Mai, haben die Behörden immer wieder bewiesen das sie nachtragend wie Elefanten sind. So kann es schon mal vorkommen das einem, Wochen nach solchen Ereignissen, ein Strafbefehl über eine zu entrichtende Summe “X“ für das Vergehen “Y“ am Tag “Z“ ins Haus flattert. Dieses Vorgehen soll unseren Protest bekämpfen und zwar mit dem Ansatz, die Protestierenden finanziell so zu belasten, dass sie sich zweimal überlegen ob sie für ihre Rechte, z.B. als Mieter, auf die Strasse gehen oder nächsten Monat noch genug Geld für einen vollen Kühlschrank haben wollen.
Davon werden wir uns aber nicht abschrecken lassen. Es ist gerade jetzt weiterhin von großer Bedeutung die Proteste gegen die Aufwertung von, die Spekulation mit und die Verdrängung aus unserm Kiez weiter zu tragen. Wir rufen alle Bewohner des Viertels dazu auf sich mit den von Repression und von Verdrängung betroffenen Nachbarn zu solidarisieren.

Initiative Mietrebellen // initiativemietrebellenmd@riseup.net

Bericht zur Kiezdemo der Stadtfelder Mietrebellen am 3. Oktober

Unter dem Motto „Kein Tag ohne soziale Freiräume! Mieten runter – Löhne rauf“ trafen sich die Kiezrebellen am 3.Oktober auf dem Olvenstedter Platz zur Kiezdemo durch Magdeburg- Stadtfeld. Nach einer Auftaktkundgebung startete die Demo gegen 16 Uhr und bog zunächst in die Immermannstraße ein. Mit vielen Parolen ging es lautstark durch den Stadtfelder Kiez. In der Goethestraße zogen wir am letzten unsanierten Wohnblock mit zuletzt noch bezahlbarem Wohnraum vorbei. Nach dem Verkauf des Wohnblocks wollte der neue Eigentümer mit unterschiedlichen Methoden die AltmierterInnen verdrängen um den Weg frei für eine Vollsanierung und Aufwertung zu machen. Hier sind mittlerweile die Sanierungsarbeiten in den ersten zwei Hauseingängen voll im Gange.
Dann gings weiter mit der Demo am Infoladen vorbei, welcher weiterhin ebenso von Verdrängung bedroht ist. In der Annastraße angekommen gabs den nächsten Beitrag zur Sanierung der Häuser Annastraße 3 bis 5. Nachdem diese noch halbwegs bezahlbaren Wohnungen von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft verkauft wurden, sollen nun die MieterInnen bis Dezember ihre Wohnungen verlassen um der Vollsanierung Platz zu machen. Nachdem die Kiezdemo weiter über die Diesdorfer- durch die Arndtstraße führte beschäftigte sich ein Redebeitrag mit einem Profiteur dieser Aufwertungsprozesse bei uns im Kiez. Büschel Ungeheuer – 1. Scheiße 2. Teuer. Büschel Immobilien hat mittlerweile eine Vielzahl von Wohnungen von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft gekauft, diese saniert und damit die Mieten deutlich erhöht. Büschel Immobilien ist ein großer Akteur darin unsere Wohnungen in ihrem Sinne zweckzuentfemden. Wohnraum soll nicht als Wohnraum genutzt werden sondern als Rendite- und Geschäftmodell. Ebenso erinnern wir uns auch noch an die Ulrike. Das besetzte Haus wurde im Jahr 2001 im Rahmen eines §129a- Verfahrens geräumt und viel letztlich auch Büschel in die Hände.
Schließlich zog die Demo weiter durch die Liebknechtstraße über den Westring. Auf Höhe der dortigen Unterkunft für geflüchtete Menschen gab es einen Redebeitrag vom antirassistischen Netzwerk. Denn gerade Flüchtlinge bekommen die kapitalistische Wohnungspolitik derzeitig am deutlichsten zu spüren wenn ihre Wohn- und Lebensräume durch einen kalkulierten Notstand eingeengt sind.
Dann machte sich die Demo auf den letzten Teil der Route auf den Weg durch die Spielhagenstraße wo einige Leuchtraketen gezündet wurden um für Aufheiterung zu sorgen. Diese Aktion, welche bei Magdeburger Demos glücklicherweise zur Gewohnheit gehört,  nahmen die Bullen aber dann zum Anlass die Leute intensiv abzufilmen und zu provozieren. In der Eisnerstraße angekommen, wo ein weiterer Redebeitrag an die NachbarInnen verlesen werden sollte, suchte die Polizei dann die Eskalation. Sie versperrten uns mit einer Kette den Weg und verstärkten ihre Provokationen. Dies wollten wir uns nicht gefallen lassen und unsere Demo vernünftig weiterführen und zu Ende bringen. Nach mehrmaliger Aufforderung durch unseren Lautsprecherwagen den Weg wieder frei zu machen und das Filmen einzustellen wurde nicht reagiert. Da eine angemessene Fortsetzung und Abschluss unserer Demonstration nicht möglich war lösten wir die Demo an dieser Stelle auf. Danach wollten sich einige Menschen weiter auf den Weg durch die Eisnerstraße in Richtung Heizhaus machen worauf die Polizei wieder Angriff. Dennoch wehrten sich die Demonstranten dagegen intensiv so dass die anwesende Polizei eine deutliche Reaktion erhielt. Einige Menschen bahnten sich dann den Weg zum Heizhaus zu einer Vokü, wo auch der eigentliche Abschluss der Demo stattfinden sollte. Im weiteren Verlauf des Abends wurden noch mehr Polizeieinheiten am Heizhaus zusammengezogen und über mehrere Stunden von den Bullen belagert. Letztlich konnten die Demo nicht wie geplant auf einem Vorplatz zu den Kleingärten abgeschlossen werden. Auch hier sollte nochmals Bezug zu diesem Ort genommen werden, da viele Gärten Bauland weichen sollen.

Trotz des raschen Endes und der dennoch übersichtlichen TeilnehmerInnenzahl der Kiezdemo, werten wir das Erscheinen von rund 100 Menschen als erfolgreich. Uns ist es gelungen eine Öffentlichkeit gegen Mieterhöhung, Aufwertung und Verdrängung an diesem Tag in unserem Stadtteil herzustellen. Betroffene Objekte und konkrete Beispiele dieser kapitalistischen Wohnraumpolitik konnten verstärkter in den Fokus gerückt und Solidarität mit den MieterInnen gestärkt werden. Der Versuch der Polizei unsere Demo durch Provokationen zu schikanieren und zu entpolitisieren konnte ebenso eine Absage erteilt werden was durch die persönlichen und öffentlichen Rückmeldungen aus der Presse deutlich wird.
Nach der Demo ist vor der Demo! Sicherlich sollten unsere Initiativen gegen Aufwertung und Verdrängung an dieser Stelle nicht stehen bleiben. Die Kiezdemo war nur ein weiterer Beitrag die Kämpfe in unserem Stadtteil praktisch zum Ausdruck zu bringen. Es gilt aber zukünftig unsere Aktivitäten gegen Umstrukturierung und Aufwertung unserer Straßen und Häuser zu verstärken sowie mit vielen verschiedenen Mitteln unseren Widerstand zum Ausdruck zu bringen. Daneben müssen wir uns als Menschen und NachbarInnen noch besser vernetzen und organisieren, z.B. in Form eines Stadtteilrates um letztlich unsere Bedürfnisse wieder gemeinsam in die eigenen Hände nehmen zu können. Ganz aktuell gilt es an die Initiative der Stadtfelder Mietrebellen anzuknüpfen und auszubauen. Dafür sollten wir weiterhin breit in unseren Stadtteil hineinwirken und die persönliche Ansprechbarkeit erhöhen. Denn die positiven Rückmeldungen während und nach der Kiezdemo machen deutlich, dass wir mit gleichen Problematiken konfrontiert sind und viele sich dagegen wehren wollen.
In diesem Sinne: Bleiben wir weiter ungemütlich, aktiv und widerspenstig!

Kein Tag ohne soziale Freiräume! Miete runter – Löhne rauf!
Der Infoladen bleibt!
Selbstverwaltete Räume erkämpfen und erhalten!
Schluss mit Mietsteigerungen und Vermieterterror!
Für die Enteignung und Kollektivierung der Häuser und Betriebe!

Zusammen Kämpfen Magdeburg

Wider der Gentrifizierung !

Kiezdemo der Stadtfelder Mietrebellen gegen Gentrifizierung

Wenn angestammte, verwurzelte Mieter durch steigende Mieten aus dem Kiez und ihrem sozialen Umfeld vertrieben werden, wenn die alten Mieter durch ein zahlungskräftigeres Klientel ersetzt werden, um den Kiez in ein vermeintlich attraktiveres Viertel umzugestalten, dann ist es Gentrifizierung.
Gentrifizierung findet auch in Magdeburg statt, ob in Buckau oder Stadtfeld, überall, schleichend.

Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung, das ist das erklärte Ziel der Stadtfelder Mietrebellen.
Mit ihrer Kiezdemo am Tag der Deutschen Einheit wirft das Stadtfelder Aktionsbündnis den städtischen Verantwortlichen, der Politik und der Immobilienwirtschaft in Magdeburg vor „über unsere Köpfe hinweg zu planen und zu entscheiden. Wir gehen auf die Straße, um Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung zu leisten“. Die Stadtfelder Mietrebellen wehren sich gegen „steigende Mieten, Aufwertung, Verdrängung und fehlende billige Wohnungen.“ Ihre Forderungen: „Mieten runter – Löhne rauf“ und „Kein Tag ohne soziale Frei-Räume !“

Weitere Informationen:

Wohnprojekt Alternative Sinnflut
Mietrebellen.

Text: Anna Gramm
Fotos: Wenzel Oschington

Erklärung des Anmelders der Demonstration „Kein Tag ohne (soziale)Freiräume – Mieten runter, Löhne hoch! vom 3.10.2015 in Magdeburg

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In diesen Tagen konnten wir den Vollrausch der staatlich organisierten Jubelfeiern anlässlich des sogenannten „Tag der Einheit“ erleben. Die selbstherrliche Beweihräucherung der Vertreter/innen des kapitalistischen Profitsystems, einer Gesellschaft die „kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen(hat) als das nackte Interesse, als die gefühllose „bare Zahlung“(kommunistisches Manifest), zeigte deutlich, dass es eine kritische bürgerliche Öffentlichkeit nicht mehr gibt. Sei es die aggressive Außenpolitik der BRD, die Verschärfung der sozialen Konflikte im Inneren und die kontinuierliche Erweiterung der Allmacht des Staates gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, es gebe sehr viele Themen, die anlässlich dieses Tage zu hinterfragen wären. 

Im Konkreten bedeuten „25 Jahre Einheit“, dass Stadtfeld/Ost, ein Stadtteil in Magdeburg, den Interessen des Kapitals untergeordnet wurde. Die Bewohner/innen, überwiegend Arbeiter/innen, Punks und Migranten/innen wurde durch Luxussanierungen zunehmend verdrängt, um den Statthaltern des Kapitals, dem Mittelstand, Platz zu machen.

Bewusst wählten Bürgerinnen und Bürger diesen Tag, um auf die Situation in Stadtfeld /Ost mit einer Demonstration aufmerksam zu machen. Schon mit dem überdimensionierten Aufgebot der Polizei, gegenüber der Anzahl der Teilnehmer/innen der Demonstration, machte die im Auftrag der bürgerlichen Parteien und des Kapitals agierende Polizei deutlich, dass kritische Stimmen an diesem Tag nicht erwünscht sind.

Unmittelbar vor dem Ende der Demonstration kam es zu einer, der Situation nicht angemessenen, Reaktion der Polizei. Innerhalb der Demonstration wurden zwei Pyros (Pyrotechnik, Leuchtfeuer),  entzündet. Dies nahm die Polizei zum Anlass, um durch ihr aggressives Auftreten eine Weiterführung der Demonstration zu behindern. Die Demonstrationsteilnehmer/innen beschlossen, sich diesen Bedingungen nicht zu fügen und beendeten die Demonstration. Daraufhin begann die Polizei wahllos sowohl auf die Teilnehmer/innen der Demonstration – als auch auch auf Passanten/innen – einzuschlagen. Ebenso wahllos wurde ein Mensch, offensichtlich um die Mindestanzahl der durch das Polizeipräsidium vorher festgelegten Anzahl von Verhaftungen zu erreichen, in Gewahrsam genommen.

Anschließend wurde unser Stadtteil noch stundenlang von Polizeikräften belagert.

Ich rufe die Bürgerinnen und Bürger auf, sich nicht durch die Unterdrückung kritischer Stimmen und die Polizeigewalt einschüchtern zu lassen. Im Gegenteil: Widerstand  in der Schule, im Betrieb und auf der Straße  sind nötiger denn je, und wir werden uns dieses Recht, ganz im Sinne der Demonstration „Was macht den Vermietern Dampf – Klassenkampf“, nicht nehmen lassen.

Solidarische Grüße an den Menschen, der durch die Polizei verhaftet wurden.

Matthias Kramer

Ladenfläche in Magdeburg-Stadtfeld für Infoveranstaltung besetzt

Im Rahmen der Initiative “Kein Tag ohne soziale Freiräume – Mieten runter Löhne rauf“ haben wir heute eine leer stehende Ladenfläche in Magdeburg-Stadtfeld für eine Infoveranstaltung geöffnet. Rund 20 Leute machten sich es in dem schon seit etlichen Jahren leer stehendem Haus gemütlich und lauschten den Referenten. Dazu wurden Schmalz-, Käsestullen und Getränke gereicht. Zuerst folgte ein kurzer Input darüber warum wir diesen Ort ausgewählt haben. Mit dieser kurzzeitigen Enteignung wollten wir deutlich machen, dass es selbst im sanierten Stadtfeld immer noch Freiräume gibt, die es sich anzueignen gilt. Während Hauseigentümer in Stadtfeld die dicke Kohle machen, müssen ArbeiterInnen und Arbeitslose ihre Wohnungen räumen und werden verdrängt. Zudem sollen Flüchtlinge in Wohncontainer einquartiert werden, da angeblich nicht genügend Wohnraum vorhanden wäre.Auf der anderen Seite stieg der Leerstand bei den großen Wohnungsunternehmen in Sachsen-Anhalt 2015 erstmals seit zehn Jahren wieder an. 2014 standen unglaubliche 12 Prozent von rund 345.000 Wohnungen der kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft leer. Das entspricht fast jeder achten Wohnung. Im Jahr zuvor lag die Quote noch bei ca. 11,7 Prozent.
Gleichzeitig sollen in Magdeburg 4000 Kleingärten für Bauland weichen, um lediglich den Profit zu steigern. Einen Wohnungsmangel gibt es hier nicht.

Nachdem wir diese Widersprüche deutlich gemacht hatten, gab es einen kurzen Vortrag  über die Motivation und  Ursprünge der gemeinsamen Freiraumkampagne und deren Inhalte.  Denn uns geht es nicht nur darum unsere Freiräume zu verteidigen, sondern diese auch langfristig zu erweitern. Nach Abschluss des Vortrages und einer ausführlichen Besichtigung der Räumlichkeiten hängten wir noch einige Transparente zur Straße raus und beendeten störungsfrei die Veranstaltung. Kurt Krause, Sprecher von “zusammen kämpfen [Magdeburg]“ zeigte sich zufrieden zum Verlauf und Feedback der Aktion: „Natürlich hatte die heutige Veranstaltung zunächst einen symbolischen Charakter, dennoch war es für uns ein Schritt um deutlich zu machen, es ist möglich leer stehende Räume nutzbar zu machen. Für uns war es wichtig gegen Aufwertung und Verdrängung gemeinsam vorzugehen, denn nur als kämpfende Klasse können wir die Situation zu unseren Gunsten verändern.“

Häuserkampf ist Klassenkampf
So wie Umstrukturierung, Verdrängungsprozesse und Mietwucher Angriffe auf die Lebensverhältnisse unserer Klasse sind, diktiert durch die Profitgier der Besitzenden, sind Hausbesetzungen die richtige Antwort von unten. Häuserkampf ist Klassenkampf. Besetzungen sind ganz praktische Aneignungsprozesse, die darauf abzielen privates Eigentum zu vergesellschaften. Hausbesetzungen sind also im kleinen dass, was der revolutionäre Prozess im Großen ist, die Enteignung von Kapitalisten zu Gunsten der Allgemeinheit.

Platz für kulturelle und soziale Projekte von unten
Doch Häuserkampf ist nicht nur Klassenkampf in Reinform. Soziale Freiräume wie bspw. besetzte Häuser bieten auch den nötigen Platz für die Entwicklung proletarischer Projekte – von Selbsthilfeinitiativen wie Voküs, Rechts – und Sozialberatung, Dusch- und Waschmöglichkeiten, Pennplätze für Obdachlose und Refugees, Fahrradselbsthilfewerkstatt, Konzerte, Feste, Workshops und Sportmöglichkeiten.
Packen wir es selbst an, es gibt gibt genug Platz und Flächen in denen wir unsere Bedürfnisse ausleben und praktisch umsetzen können.

Wohnraum statt Leerstand!
Hoch die internationale Solidarität!

Alle zur Demo: Samstag | 3. Oktober 2015, 16 Uhr | O-Platz Magdeburg-Stadtfeld
Kein Tag ohne soziale Freiräume! Miete runter – Löhne rauf! Gemeinsam gegen hohe Mieten, Aufwertung und Verdrängung!

4000 Gärten sollen weg! – Widerstand ist machbar!

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Wir haben uns solidarisch mit den Kämpfen der KleingärtnerInnen in Magdeburg gezeigt. Durch das Aufhängen eines Transpis und verschiedenen Gesprächen drückten wir den KleingärtnerInnen unsere Solidarität aus. Ebenfalls machten wir klar, daß wir den Widerstand gegen die Verdrängungs-Versuche der Stadt unterstützen werden.IMG_3028

Bis Oktober 2015 soll das neue Kleingartenentwicklungskonzept beschlossen werden. Aus dem 100-Seiten-Papier geht hervor, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 4000 Schollen im Stadtgebiet wegfallen sollen. Grund ist angeblich der immer größer werdende Leerstand in den Sparten. Die meisten Gärten sollen in Bauland verwandelt werden: es sollen auf den Grundstücken neue Eigentumshäuser entstehen. Magdeburg zählt mit 6,83 Kleingärten mit je 100 Einwohnern zu den Städten mit der größten Kleingarten-Dichte in Deutschland; der Bundesdurchschnitt liegt laut Stadtverwaltung bei vier Kleingärten.

Die KleingärtnerInnen aus Magdeburg sind jedoch seit 2012 sehr kämpferisch und wollen sich nicht einfach so verdrängen lassen:

„Wir werden keine Bettelbriefe an den Oberbürgermeister schreiben, sondern gründen eine Kleingartenpartei, die Aufsehen erregt und in den Stadtrat will. Wir rufen alle Pächter auf, der Partei beizutreten. 14 000 Kleingärtner in Magdeburg sind eine Macht.“

Wir als Initative Mietrebellen Stadtfeld unterstützen den außerparlamentarischen Widerstand auf der Straße und rufen alle KleingartenbesitzerInnen auf am 3. Oktober 2015 gemeinsam gegen Verdrängung auf die Straße zu gehen!

Friede den Gärten – Krieg den Palästen!

Kein Tag ohne Garten!
Kein Tag ohne soziale Freiräume!