Das Soziale Zentrum / Infoladen erhält fristlose Kündigung

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Das Soziale Zentrum/ der Infoladen Magdeburg, Puschkinstra0ße 20 erhält fristlose Kündigung

Der Infoladen in Magdeburg- Stadtfeld hat kurz vor Weihnachten die fristlose Kündigung vom Hausverwalter (Stadtpalais Berlin, Potsdamer Straße. 98, 10785 Berlin) erhalten. Laut Schreiben und ohne Nennung von Gründen sollen unsere Räumlichkeiten bis 31.März 2016 geräumt sein.

Der Anlass für die Kündigung ist offensichtlich der Verkauf durch die Immotus GmbH an einen neuen Eigentümer.  Bezeichnender Weise ist sie nur schriftlich erreichbar, es handelt sich dabei um eines jener Unternehmen, mit deren Hilfe Kapitalisten sowohl ihre Eigentumsverhältnisse verschleiern als auch kurzfristige Profite realisieren.

Nach dem das Haus mit Hilfe öffentlicher Gelder ( Energetische Sanierung) saniert wurde, änderte sich die Situation für die Mieter/innen und Nutzer/innen des Infoladens schlagartig.

Unbezahlbare Mieten, ständige Versuche der Reglementierung durch die Hausverwaltung und der Verlust von kollektiv genutzten Räumlichkeiten, wie einem Sportraum, einer Werkstatt und Schlafplätze für dauerhafte oder zeitweilig obdachlose Menschen.

Das soziale Zentrum/ der Infoladen entstand 2008 aus dem Bedürfnis von Gruppen und Einzelpersonen ihrer antikapitalistischen Praxis einen kulturellen, sozialen und politischen Raum zu geben.

Inzwischen ist das Soziale Zentrum/ der Infoladen fest verankert im Stadtteilkampf und wird überwiegend von proletarischen Jugendlichen und Jugendlichen mit subkulturellen Hintergrund genutzt. Regelmäßige Veranstaltungen und die Voxü ( Voxü – Volksküche), gemeinsames Kochen zum Selbstkostenpreis, gehören ebenso wie die Fahrradwerkstatt zum Alltag im Sozialen Zentrum. In der Fahrradwerkstatt können Flüchtlinge sich Fahrräder, die von Bürger/innen gespendet werden, zusammen montieren und funktionstüchtig machen.

Dieser konkrete Verdrängungsversuch war mit Blick auf die Entwicklung letztlich absehbar und stellt einen neuen Angriff gegen uns dar, den es gilt auch entsprechend zu beantworten. Von daher wollen wir nicht jammern, sondern die Verteidigung unseres Ladens gemeinsam angehen.

Wir werden das Soziale Zentrum besetzen und so die Investitionsträume zum Platzen bringen. Wir werden für die Erhaltung unseres Sozialen Zentrums in Stadtfeld kämpfen.

Wir rufen dazu auf, den Infoladen mit den verschiedensten Formen zu verteidigen und den Preis für eine Räumung in die Höhe zu treiben. Lasst uns unsere Wut und unseren Widerstand gegen die Kapitalinteressen und ihren Profiteuren zum Ausdruck bringen. In diesem Sinne:

Hände weg vom Sozialen Zentrum/ Infoladen!

Selbstverwaltete Räume erkämpfen und erhalten!
Schluss mit Mietsteigerungen und Vermieterterror!
Für die Enteignung und Kollektivierung der Häuser und Betriebe!

Kein Tag ohne soziale Freiräume! Miete runter – Löhne rauf!

Was war denn da los…?

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Wir dokumentieren einen Flyer, der im Nachtrag zur 3. Oktober-Demo verteilt wurde:

Am 3. Oktober 2015, also am Samstag vor zwei Wochen oder noch einfacher am Tag der „Einheit“, hat sich hier in der Eisnerstraße etwas zugetragen was bei Ihnen eventuell Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht haben Sie den Vorfall selbst nicht beobachten können, aber aus der Volksstimme, von Bekannten oder Nachbarn etwas darüber gehört. Oder Sie fragen sich einfach warum wir jetzt gerade hier stehen. Auf all diese Fragen soll dieses Faltblatt eine Antwort liefern, also vorab schon mal Danke für Ihr Interesse und viel Spaß beim lesen.

Geplant war eigentlich….

An genau jenem Samstag organisierten wir eine Kiez-Demo um auf die aktuelle Mietensituation in Stadtfeld aufmerksam zu machen. Ca. 100 Mieterinnen und Mieter versammelten sich pünktlich um 16.00Uhr auf dem Olvenstedter Platz, um dann lautstark und kraftvoll durch Stadtfelds Straßen zu ziehen. Die Demo machte an jenen Orten halt, die derzeit oder in näherer Vergangenheit an Immobilienspekulanten verkauft worden sind. Exemplarisch dafür ist der noch unsanierte Block in der Goethestraße, das Soziale Zentrum in der Alexander-Puschkin-Str. und der, ebenfalls unsanierte Wohnblock in der Annastr.. An dieser Stelle den ganzen Ablauf der Demonstration darzustellen würde den Rahmen sprengen. Also springen wir zu der Situation, die Auslöser für den darauf folgenden Irrsinn seitens der Polizei war.

….aber dazu sollte es nicht kommen, weil….

An der Kreuzung Beimsplatz/Große Diesdorfer wurden aus der Demo heraus zwei Leuchtfeuer (Bengalen) gezündet, um den Protest auch optisch zu untermauern. Die TeilnehmerInnen der Demo begrüßten diese kurze Aktion. Schließlich befanden wir uns auf der Zielgeraden, denn in der Eisnerstr. wollten wir, letztmalig auf der Route, auf die Situation der Mieter und Mieterinnen aufmerksam machen. Denn auch hier sehen sich einige Menschen mit Mietsteigerung und der herablassenden Art und Weise einer selbstherrlichen Hausverwaltung konfrontiert.
Für die Polizei waren die zwei Wunderkerzen für Erwachsene Grund genug, die Kameras zu zücken und die Demonstration abzufilmen. Nach dem die Fackeln von Demonstrationsteilnehmern gelöscht wurden waren, hielt das provokative Filmen seitens der Polizei an – was einen massiven Einschnitt in unser Demonstrationsrecht bedeutet. Die Kamera lief ununterbrochen weiter und die Einsatzkräfte beratschlagten hörbar über mögliche Verhaftungen. Wir werteten dieses provozierende Verhalten der Polizei als Angriff auf unsere Demo und sahen nicht ein, diese Provokation weiter hinzunehmen. So wurde kurzerhand und entgegen unseres Plans, nämlich bis in den Wendekreis in der Goetheanlage zu laufen und sich dort abschließend mit der Situation der Kleingärtner der Sparte Einigkeit e.V. zu solidarisieren, die Demonstration aufgelöst.
Einige Demonstrationsteilnehmer haben sich geschlossen auf dem Weg zum naheliegenden Jugendclub „Heizhaus“ gemacht und sollten nach wenigen Metern von der Polizei gestoppt werden. Die Polizei hat es damit offensichtlich auf eine Eskalation der Demonstration angelegt, um dann festzustellen, dass sie dieser Situation nicht gewachsen waren. Dabei kam es zu einer Festnahme, während weitere Festnahmen verhindert werden konnten. Was die Polizei der Volksstimme gegenüber als kleine Rangelei darlegte, war aus unserer Sicht das kopflose Verhalten einer debütierenden Einsatzleiterin welches zur Gefährdung auch ihrer eigenen Beamten führte. Ist ja auch kein Wunder, dass Polizisten die knüppel-schwingend auf eine Gruppe Jugendlicher zugehen, mit Widerstand konfrontiert werden. Wenn sie ihre Frustration darüber allerdings auch an umstehenden Demonstrationsteilnehmern und teilweise unbeteiligten Personen auslassen, ist das schon ein ganz schönes Armutszeugnis für die Magdeburger Polizisten.

Aber von den persönlichen Befindlichkeiten der Bullen mal abgesehen, wurde diese Eskalation von den Einsatzkräften dazu genutzt, unseren bis dahin friedlichen und im allgemeinen legitimen Protest zu kriminalisieren und die Deutungshoheit über das von uns auf die Straße getragene Thema für die Volksstimme und für die Stadt, für spätere Auseinandersetzungen, zu sichern. Und sich die Möglichkeit offen zu halten mit dem „Chaoten/Gewalttäter“- Argument um sich schlagen zu können.

Aber es ging noch weiter….

Im Anschluss an die Demo sollte im oben schon erwähnten HeizHaus eine kleine Party mit Essen und Getränken stattfinden. Wir wollten das nutzen um gemeinsam den Ablauf des Tages zu reflektieren. Als also die Demoteilnehmer, die von der Bullenattacke unversehrt geblieben waren, sich in die nähe des HeizHauses begaben, bot sich ihnen das Bild einer Belagerung. Teilweise wurden sie von den auf Verstärkung und Befehle wartenden Einsatzkräften schikaniert. Auf eine friedliche Klärung der Situation wollten sich die schmollenden Cops nicht einlassen. Nur durch die von uns angestrebten Verhandlungen, mit einer höher angesiedelten Dienststelle (Staatsschutz) und deren Feierabendfreudigkeit, konnte die Erstürmung der -wohlgemerkt- städtischen Einrichtung vermieden werden. Welche unweigerlich zu weiteren Verletzten auf beiden Seiten geführt hätte.

Was ist noch zu erwarten….

Wer glaubt die Sache sei damit vom Tisch dürfte sich täuschen. Nicht nur das eine Demonstration die Verhältnisse für Mieter in Stadtfeld grundlegend ändert ist utopisch, sondern auch die Annahme, dass die Bullen ihre Niederlage einsehen und den Tag aus ihrem Gedächtnis streichen ist mit Vorsicht zu genießen. Schon zu anderen Anlässen, seien es die Proteste gegen den jährlich stattfindende Naziaufmarsch oder die Demos zum 1. Mai, haben die Behörden immer wieder bewiesen das sie nachtragend wie Elefanten sind. So kann es schon mal vorkommen das einem, Wochen nach solchen Ereignissen, ein Strafbefehl über eine zu entrichtende Summe “X“ für das Vergehen “Y“ am Tag “Z“ ins Haus flattert. Dieses Vorgehen soll unseren Protest bekämpfen und zwar mit dem Ansatz, die Protestierenden finanziell so zu belasten, dass sie sich zweimal überlegen ob sie für ihre Rechte, z.B. als Mieter, auf die Strasse gehen oder nächsten Monat noch genug Geld für einen vollen Kühlschrank haben wollen.
Davon werden wir uns aber nicht abschrecken lassen. Es ist gerade jetzt weiterhin von großer Bedeutung die Proteste gegen die Aufwertung von, die Spekulation mit und die Verdrängung aus unserm Kiez weiter zu tragen. Wir rufen alle Bewohner des Viertels dazu auf sich mit den von Repression und von Verdrängung betroffenen Nachbarn zu solidarisieren.

Initiative Mietrebellen // initiativemietrebellenmd@riseup.net

Bericht zur Kiezdemo der Stadtfelder Mietrebellen am 3. Oktober

Unter dem Motto „Kein Tag ohne soziale Freiräume! Mieten runter – Löhne rauf“ trafen sich die Kiezrebellen am 3.Oktober auf dem Olvenstedter Platz zur Kiezdemo durch Magdeburg- Stadtfeld. Nach einer Auftaktkundgebung startete die Demo gegen 16 Uhr und bog zunächst in die Immermannstraße ein. Mit vielen Parolen ging es lautstark durch den Stadtfelder Kiez. In der Goethestraße zogen wir am letzten unsanierten Wohnblock mit zuletzt noch bezahlbarem Wohnraum vorbei. Nach dem Verkauf des Wohnblocks wollte der neue Eigentümer mit unterschiedlichen Methoden die AltmierterInnen verdrängen um den Weg frei für eine Vollsanierung und Aufwertung zu machen. Hier sind mittlerweile die Sanierungsarbeiten in den ersten zwei Hauseingängen voll im Gange.
Dann gings weiter mit der Demo am Infoladen vorbei, welcher weiterhin ebenso von Verdrängung bedroht ist. In der Annastraße angekommen gabs den nächsten Beitrag zur Sanierung der Häuser Annastraße 3 bis 5. Nachdem diese noch halbwegs bezahlbaren Wohnungen von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft verkauft wurden, sollen nun die MieterInnen bis Dezember ihre Wohnungen verlassen um der Vollsanierung Platz zu machen. Nachdem die Kiezdemo weiter über die Diesdorfer- durch die Arndtstraße führte beschäftigte sich ein Redebeitrag mit einem Profiteur dieser Aufwertungsprozesse bei uns im Kiez. Büschel Ungeheuer – 1. Scheiße 2. Teuer. Büschel Immobilien hat mittlerweile eine Vielzahl von Wohnungen von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft gekauft, diese saniert und damit die Mieten deutlich erhöht. Büschel Immobilien ist ein großer Akteur darin unsere Wohnungen in ihrem Sinne zweckzuentfemden. Wohnraum soll nicht als Wohnraum genutzt werden sondern als Rendite- und Geschäftmodell. Ebenso erinnern wir uns auch noch an die Ulrike. Das besetzte Haus wurde im Jahr 2001 im Rahmen eines §129a- Verfahrens geräumt und viel letztlich auch Büschel in die Hände.
Schließlich zog die Demo weiter durch die Liebknechtstraße über den Westring. Auf Höhe der dortigen Unterkunft für geflüchtete Menschen gab es einen Redebeitrag vom antirassistischen Netzwerk. Denn gerade Flüchtlinge bekommen die kapitalistische Wohnungspolitik derzeitig am deutlichsten zu spüren wenn ihre Wohn- und Lebensräume durch einen kalkulierten Notstand eingeengt sind.
Dann machte sich die Demo auf den letzten Teil der Route auf den Weg durch die Spielhagenstraße wo einige Leuchtraketen gezündet wurden um für Aufheiterung zu sorgen. Diese Aktion, welche bei Magdeburger Demos glücklicherweise zur Gewohnheit gehört,  nahmen die Bullen aber dann zum Anlass die Leute intensiv abzufilmen und zu provozieren. In der Eisnerstraße angekommen, wo ein weiterer Redebeitrag an die NachbarInnen verlesen werden sollte, suchte die Polizei dann die Eskalation. Sie versperrten uns mit einer Kette den Weg und verstärkten ihre Provokationen. Dies wollten wir uns nicht gefallen lassen und unsere Demo vernünftig weiterführen und zu Ende bringen. Nach mehrmaliger Aufforderung durch unseren Lautsprecherwagen den Weg wieder frei zu machen und das Filmen einzustellen wurde nicht reagiert. Da eine angemessene Fortsetzung und Abschluss unserer Demonstration nicht möglich war lösten wir die Demo an dieser Stelle auf. Danach wollten sich einige Menschen weiter auf den Weg durch die Eisnerstraße in Richtung Heizhaus machen worauf die Polizei wieder Angriff. Dennoch wehrten sich die Demonstranten dagegen intensiv so dass die anwesende Polizei eine deutliche Reaktion erhielt. Einige Menschen bahnten sich dann den Weg zum Heizhaus zu einer Vokü, wo auch der eigentliche Abschluss der Demo stattfinden sollte. Im weiteren Verlauf des Abends wurden noch mehr Polizeieinheiten am Heizhaus zusammengezogen und über mehrere Stunden von den Bullen belagert. Letztlich konnten die Demo nicht wie geplant auf einem Vorplatz zu den Kleingärten abgeschlossen werden. Auch hier sollte nochmals Bezug zu diesem Ort genommen werden, da viele Gärten Bauland weichen sollen.

Trotz des raschen Endes und der dennoch übersichtlichen TeilnehmerInnenzahl der Kiezdemo, werten wir das Erscheinen von rund 100 Menschen als erfolgreich. Uns ist es gelungen eine Öffentlichkeit gegen Mieterhöhung, Aufwertung und Verdrängung an diesem Tag in unserem Stadtteil herzustellen. Betroffene Objekte und konkrete Beispiele dieser kapitalistischen Wohnraumpolitik konnten verstärkter in den Fokus gerückt und Solidarität mit den MieterInnen gestärkt werden. Der Versuch der Polizei unsere Demo durch Provokationen zu schikanieren und zu entpolitisieren konnte ebenso eine Absage erteilt werden was durch die persönlichen und öffentlichen Rückmeldungen aus der Presse deutlich wird.
Nach der Demo ist vor der Demo! Sicherlich sollten unsere Initiativen gegen Aufwertung und Verdrängung an dieser Stelle nicht stehen bleiben. Die Kiezdemo war nur ein weiterer Beitrag die Kämpfe in unserem Stadtteil praktisch zum Ausdruck zu bringen. Es gilt aber zukünftig unsere Aktivitäten gegen Umstrukturierung und Aufwertung unserer Straßen und Häuser zu verstärken sowie mit vielen verschiedenen Mitteln unseren Widerstand zum Ausdruck zu bringen. Daneben müssen wir uns als Menschen und NachbarInnen noch besser vernetzen und organisieren, z.B. in Form eines Stadtteilrates um letztlich unsere Bedürfnisse wieder gemeinsam in die eigenen Hände nehmen zu können. Ganz aktuell gilt es an die Initiative der Stadtfelder Mietrebellen anzuknüpfen und auszubauen. Dafür sollten wir weiterhin breit in unseren Stadtteil hineinwirken und die persönliche Ansprechbarkeit erhöhen. Denn die positiven Rückmeldungen während und nach der Kiezdemo machen deutlich, dass wir mit gleichen Problematiken konfrontiert sind und viele sich dagegen wehren wollen.
In diesem Sinne: Bleiben wir weiter ungemütlich, aktiv und widerspenstig!

Kein Tag ohne soziale Freiräume! Miete runter – Löhne rauf!
Der Infoladen bleibt!
Selbstverwaltete Räume erkämpfen und erhalten!
Schluss mit Mietsteigerungen und Vermieterterror!
Für die Enteignung und Kollektivierung der Häuser und Betriebe!

Zusammen Kämpfen Magdeburg

Wider der Gentrifizierung !

Kiezdemo der Stadtfelder Mietrebellen gegen Gentrifizierung

Wenn angestammte, verwurzelte Mieter durch steigende Mieten aus dem Kiez und ihrem sozialen Umfeld vertrieben werden, wenn die alten Mieter durch ein zahlungskräftigeres Klientel ersetzt werden, um den Kiez in ein vermeintlich attraktiveres Viertel umzugestalten, dann ist es Gentrifizierung.
Gentrifizierung findet auch in Magdeburg statt, ob in Buckau oder Stadtfeld, überall, schleichend.

Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung, das ist das erklärte Ziel der Stadtfelder Mietrebellen.
Mit ihrer Kiezdemo am Tag der Deutschen Einheit wirft das Stadtfelder Aktionsbündnis den städtischen Verantwortlichen, der Politik und der Immobilienwirtschaft in Magdeburg vor „über unsere Köpfe hinweg zu planen und zu entscheiden. Wir gehen auf die Straße, um Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung zu leisten“. Die Stadtfelder Mietrebellen wehren sich gegen „steigende Mieten, Aufwertung, Verdrängung und fehlende billige Wohnungen.“ Ihre Forderungen: „Mieten runter – Löhne rauf“ und „Kein Tag ohne soziale Frei-Räume !“

Weitere Informationen:

Wohnprojekt Alternative Sinnflut
Mietrebellen.

Text: Anna Gramm
Fotos: Wenzel Oschington

Erklärung des Anmelders der Demonstration „Kein Tag ohne (soziale)Freiräume – Mieten runter, Löhne hoch! vom 3.10.2015 in Magdeburg

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In diesen Tagen konnten wir den Vollrausch der staatlich organisierten Jubelfeiern anlässlich des sogenannten „Tag der Einheit“ erleben. Die selbstherrliche Beweihräucherung der Vertreter/innen des kapitalistischen Profitsystems, einer Gesellschaft die „kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen(hat) als das nackte Interesse, als die gefühllose „bare Zahlung“(kommunistisches Manifest), zeigte deutlich, dass es eine kritische bürgerliche Öffentlichkeit nicht mehr gibt. Sei es die aggressive Außenpolitik der BRD, die Verschärfung der sozialen Konflikte im Inneren und die kontinuierliche Erweiterung der Allmacht des Staates gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, es gebe sehr viele Themen, die anlässlich dieses Tage zu hinterfragen wären. 

Im Konkreten bedeuten „25 Jahre Einheit“, dass Stadtfeld/Ost, ein Stadtteil in Magdeburg, den Interessen des Kapitals untergeordnet wurde. Die Bewohner/innen, überwiegend Arbeiter/innen, Punks und Migranten/innen wurde durch Luxussanierungen zunehmend verdrängt, um den Statthaltern des Kapitals, dem Mittelstand, Platz zu machen.

Bewusst wählten Bürgerinnen und Bürger diesen Tag, um auf die Situation in Stadtfeld /Ost mit einer Demonstration aufmerksam zu machen. Schon mit dem überdimensionierten Aufgebot der Polizei, gegenüber der Anzahl der Teilnehmer/innen der Demonstration, machte die im Auftrag der bürgerlichen Parteien und des Kapitals agierende Polizei deutlich, dass kritische Stimmen an diesem Tag nicht erwünscht sind.

Unmittelbar vor dem Ende der Demonstration kam es zu einer, der Situation nicht angemessenen, Reaktion der Polizei. Innerhalb der Demonstration wurden zwei Pyros (Pyrotechnik, Leuchtfeuer),  entzündet. Dies nahm die Polizei zum Anlass, um durch ihr aggressives Auftreten eine Weiterführung der Demonstration zu behindern. Die Demonstrationsteilnehmer/innen beschlossen, sich diesen Bedingungen nicht zu fügen und beendeten die Demonstration. Daraufhin begann die Polizei wahllos sowohl auf die Teilnehmer/innen der Demonstration – als auch auch auf Passanten/innen – einzuschlagen. Ebenso wahllos wurde ein Mensch, offensichtlich um die Mindestanzahl der durch das Polizeipräsidium vorher festgelegten Anzahl von Verhaftungen zu erreichen, in Gewahrsam genommen.

Anschließend wurde unser Stadtteil noch stundenlang von Polizeikräften belagert.

Ich rufe die Bürgerinnen und Bürger auf, sich nicht durch die Unterdrückung kritischer Stimmen und die Polizeigewalt einschüchtern zu lassen. Im Gegenteil: Widerstand  in der Schule, im Betrieb und auf der Straße  sind nötiger denn je, und wir werden uns dieses Recht, ganz im Sinne der Demonstration „Was macht den Vermietern Dampf – Klassenkampf“, nicht nehmen lassen.

Solidarische Grüße an den Menschen, der durch die Polizei verhaftet wurden.

Matthias Kramer

Ladenfläche in Magdeburg-Stadtfeld für Infoveranstaltung besetzt

Im Rahmen der Initiative “Kein Tag ohne soziale Freiräume – Mieten runter Löhne rauf“ haben wir heute eine leer stehende Ladenfläche in Magdeburg-Stadtfeld für eine Infoveranstaltung geöffnet. Rund 20 Leute machten sich es in dem schon seit etlichen Jahren leer stehendem Haus gemütlich und lauschten den Referenten. Dazu wurden Schmalz-, Käsestullen und Getränke gereicht. Zuerst folgte ein kurzer Input darüber warum wir diesen Ort ausgewählt haben. Mit dieser kurzzeitigen Enteignung wollten wir deutlich machen, dass es selbst im sanierten Stadtfeld immer noch Freiräume gibt, die es sich anzueignen gilt. Während Hauseigentümer in Stadtfeld die dicke Kohle machen, müssen ArbeiterInnen und Arbeitslose ihre Wohnungen räumen und werden verdrängt. Zudem sollen Flüchtlinge in Wohncontainer einquartiert werden, da angeblich nicht genügend Wohnraum vorhanden wäre.Auf der anderen Seite stieg der Leerstand bei den großen Wohnungsunternehmen in Sachsen-Anhalt 2015 erstmals seit zehn Jahren wieder an. 2014 standen unglaubliche 12 Prozent von rund 345.000 Wohnungen der kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft leer. Das entspricht fast jeder achten Wohnung. Im Jahr zuvor lag die Quote noch bei ca. 11,7 Prozent.
Gleichzeitig sollen in Magdeburg 4000 Kleingärten für Bauland weichen, um lediglich den Profit zu steigern. Einen Wohnungsmangel gibt es hier nicht.

Nachdem wir diese Widersprüche deutlich gemacht hatten, gab es einen kurzen Vortrag  über die Motivation und  Ursprünge der gemeinsamen Freiraumkampagne und deren Inhalte.  Denn uns geht es nicht nur darum unsere Freiräume zu verteidigen, sondern diese auch langfristig zu erweitern. Nach Abschluss des Vortrages und einer ausführlichen Besichtigung der Räumlichkeiten hängten wir noch einige Transparente zur Straße raus und beendeten störungsfrei die Veranstaltung. Kurt Krause, Sprecher von “zusammen kämpfen [Magdeburg]“ zeigte sich zufrieden zum Verlauf und Feedback der Aktion: „Natürlich hatte die heutige Veranstaltung zunächst einen symbolischen Charakter, dennoch war es für uns ein Schritt um deutlich zu machen, es ist möglich leer stehende Räume nutzbar zu machen. Für uns war es wichtig gegen Aufwertung und Verdrängung gemeinsam vorzugehen, denn nur als kämpfende Klasse können wir die Situation zu unseren Gunsten verändern.“

Häuserkampf ist Klassenkampf
So wie Umstrukturierung, Verdrängungsprozesse und Mietwucher Angriffe auf die Lebensverhältnisse unserer Klasse sind, diktiert durch die Profitgier der Besitzenden, sind Hausbesetzungen die richtige Antwort von unten. Häuserkampf ist Klassenkampf. Besetzungen sind ganz praktische Aneignungsprozesse, die darauf abzielen privates Eigentum zu vergesellschaften. Hausbesetzungen sind also im kleinen dass, was der revolutionäre Prozess im Großen ist, die Enteignung von Kapitalisten zu Gunsten der Allgemeinheit.

Platz für kulturelle und soziale Projekte von unten
Doch Häuserkampf ist nicht nur Klassenkampf in Reinform. Soziale Freiräume wie bspw. besetzte Häuser bieten auch den nötigen Platz für die Entwicklung proletarischer Projekte – von Selbsthilfeinitiativen wie Voküs, Rechts – und Sozialberatung, Dusch- und Waschmöglichkeiten, Pennplätze für Obdachlose und Refugees, Fahrradselbsthilfewerkstatt, Konzerte, Feste, Workshops und Sportmöglichkeiten.
Packen wir es selbst an, es gibt gibt genug Platz und Flächen in denen wir unsere Bedürfnisse ausleben und praktisch umsetzen können.

Wohnraum statt Leerstand!
Hoch die internationale Solidarität!

Alle zur Demo: Samstag | 3. Oktober 2015, 16 Uhr | O-Platz Magdeburg-Stadtfeld
Kein Tag ohne soziale Freiräume! Miete runter – Löhne rauf! Gemeinsam gegen hohe Mieten, Aufwertung und Verdrängung!

4000 Gärten sollen weg! – Widerstand ist machbar!

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Wir haben uns solidarisch mit den Kämpfen der KleingärtnerInnen in Magdeburg gezeigt. Durch das Aufhängen eines Transpis und verschiedenen Gesprächen drückten wir den KleingärtnerInnen unsere Solidarität aus. Ebenfalls machten wir klar, daß wir den Widerstand gegen die Verdrängungs-Versuche der Stadt unterstützen werden.IMG_3028

Bis Oktober 2015 soll das neue Kleingartenentwicklungskonzept beschlossen werden. Aus dem 100-Seiten-Papier geht hervor, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 4000 Schollen im Stadtgebiet wegfallen sollen. Grund ist angeblich der immer größer werdende Leerstand in den Sparten. Die meisten Gärten sollen in Bauland verwandelt werden: es sollen auf den Grundstücken neue Eigentumshäuser entstehen. Magdeburg zählt mit 6,83 Kleingärten mit je 100 Einwohnern zu den Städten mit der größten Kleingarten-Dichte in Deutschland; der Bundesdurchschnitt liegt laut Stadtverwaltung bei vier Kleingärten.

Die KleingärtnerInnen aus Magdeburg sind jedoch seit 2012 sehr kämpferisch und wollen sich nicht einfach so verdrängen lassen:

„Wir werden keine Bettelbriefe an den Oberbürgermeister schreiben, sondern gründen eine Kleingartenpartei, die Aufsehen erregt und in den Stadtrat will. Wir rufen alle Pächter auf, der Partei beizutreten. 14 000 Kleingärtner in Magdeburg sind eine Macht.“

Wir als Initative Mietrebellen Stadtfeld unterstützen den außerparlamentarischen Widerstand auf der Straße und rufen alle KleingartenbesitzerInnen auf am 3. Oktober 2015 gemeinsam gegen Verdrängung auf die Straße zu gehen!

Friede den Gärten – Krieg den Palästen!

Kein Tag ohne Garten!
Kein Tag ohne soziale Freiräume!

Grußwort von Thomas Meyer-Falk zur Stadtteildemo am 3. Oktober in Magdeburg

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Thomas Meyer-Falk hat anlässlich unserer Demonstration am 3. Oktober 2015 ein Grußwort verfasst, welches wir hiermit veröffentlichen:

Auch Gefangene sind von den Entwicklungen im Mietsektor betroffen. Spätestens dann, wenn ihre Freilassung bevor steht und sie vielleicht versuchen in ihr vertrautes Umfeld zurück zu kehren.

Vielfach werden sie sich die Rückkehr dorthin nicht mehr leisten können, insbesondere wenn es sich um zu Spekulationsobjekten geronnene Szene-Viertel handelt.

Aktuell können wir alle ganz besonders deutlich spüren, was es heißt in einer globalisierten Differenzgesellschaft zu leben.

Da stehen teure, exklusive Wohnparks leer, während gleichzeitig Flüchtlinge auf der Strasse oder in Zelten zu leben gezwungen werden. Hier zeigt sich die Ausgrenzungsfunktion von ihrer ganz hässlichen Seite.

Und deshalb sind Proteste wie die am 3. Oktober so wichtig. Wir dürfen den Spekulanten und Eliten, oder jenen die sich für die Elite halten, nicht kampflos unseren Lebensraum überlassen.

Herzliche und solidarische Grüße aus Freiburg

Thomas-Meyer-Falk

-Langzeitgefangener-

http://www.freedom-for-thomas.de/thomas/index.shtml

Schreibt und unterstützt Thomas:

Thomas Meyer-Falk

c/o JVA (SV Abt.)

Hermann-Herder-Str. 8

79104 Freiburg

3.Oktober 2015 – Kiezdemo in Stadtfeld !

 

Am Samstag, den 3.Oktober 20015, werden wir gemeinsam gegen hohe Mieten, Aufwertung, Verdrängung und für die Verteidigung unseres Infoladens auf die Straße gehen:

Demo: Samstag | 3. Oktober 2015, 16 Uhr | O-Platz Magdeburg-Stadtfeld
Kein Tag ohne soziale Freiräume! Miete runter – Löhne rauf! Gemeinsam gegen hohe Mieten, Aufwertung und Verdrängung!

Aufruf:
Steigende Mieten, Aufwertung, Verdrängung und fehlende billige Wohnungen – Stadtfeld wird  seit vielen Jahren aufgewertet. Immobilien-, Versicherungsbüros, Luxus-  und Eigentumswohnungen prägen mehr und mehr das Kiezbild. Der öffentliche Raum ist geprägt von Verbotsschildern, Zäunen und dem patrouillierenden Ordnungsamt. In allem geht es immer um eins – Profit. Der Raum wird knapper und die Luft für uns zusehends dünner. Immer mehr Nachbarinnen und Nachbarn werden aus unserem Viertel verdrängt.
All diese Maßnahmen werden von den städtischen Verantwortlichen, der Politik und der Immobilienwirtschaft über unsere Köpfe hinweg geplant und entschieden. Doch wir werden uns wehren und nicht länger tatenlos zusehen, wie Menschen verdrängt werden und ihnen ihr jahrelanges Zuhause gestohlen wird.

Wir wollen als aktive MieterInnen gemeinsam mit euch am 3. Oktober 2015 um 16.00 Uhr auf die Straße gehen um Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung zu leisten.

Yuppies im Kiez …
Anfang der 90er Jahre war Stadtfeld ein unsaniertes Viertel, in dem wir Arbeiterinnen und Arbeiter, Arbeitslose, Punks, Migrantinnen und Migranten gemeinsam lebten und kämpften. Sichtbar war das am Straßenbild in Stadtfeld und an der Vielzahl von besetzten Häusern und Kneipen. Der „Kampf gegen Graffitis, Aufkleber und Plakate“, Evakuierungen bei „Bombenalarm“, die Mobilisierung gegen die „Wasserflut“ beim Hochwasser und die komplette Abrieglung eines Stadtteils, weil Menschen eine Facebook Party machen wollten – unser Leben wird zusehends von den Methoden der Aufstandsbekämpfung der Kapitalisten bestimmt.

Dabei ist es in Magdeburg gerade die Innenstadt, die durch riesige Konsumtempel, Büroflächen (zum Teil leerstehend) und überteuerte Luxuswohnungen gekennzeichnet ist. Das Ordnungsamt und Polizei sorgen zusätzlich dafür, dass die Zahlungskräftigen nicht durch den Anblick von Obdachlosen, BettlerInnen und Punks in ihrem Kaufrausch gestört werden. Das macht nur deutlich warum wir uns auch in Stadtfeld mit weiteren Verdrängungsmaßnahmen konfrontiert sehen:
MittelstandsmieterInnen mit  Mittelstandsbedürfnissen im Zusammenspiel mit Kapitalisten und Hauseigentümer schaffen sich „ihr“ Viertel. Sanierung mit anschließender Mietsteigerung bis zu 100% greifen um sich und Luxusappartments sprießen wie am Schlachthof aus dem Boden. Seit dem Stadtfeld als „In-Viertel“ verschrien ist, werden selbst schlecht und oberflächlich renovierte Wohnungen für viel Geld angeboten.
Soziale Wohnprojekte und Traditionskneipen, wie der „Denker“, wurden für Luxuswohnungen platt gemacht. Bezahlbare Mietwohnungen werden zur Ausnahme.
Dabei ist es oft das gleiche Schema: In den meisten Fällen werden einfach Anschreiben versendet mit der eine Sanierung angekündigt wird. Den MieterInnen wird angeboten eine Ersatzwohnung zu beziehen um nach der Sanierung, zu deutlich höheren Mieten, wieder in ihre alte Wohnung zurück zu dürfen. Unser Soziales Zentrum in der Alexander-Puschkin- Str. 20 ist ebenfalls von Modernisierungsmaßnahmen betroffen. Seit dem Aufkauf des Gebäudes durch Berliner Miethaie wird dem Sozialen Zentrum durch Sanierung und Mietsteigerungen von nahezu 100% Stück für Stück die Räume genommen.
Das Ziel hinter all diesen Maßnahmen ist klar: Stadtfeld als nahe gelegenes Viertel zur Innenstadt soll den Reichen und Mittelständigen zur Verfügung stehen, wir Prolls und „Unterschichten“ sollen an den Stadtrand gedrängt werden.

Wohnungspolitik ist Klassenkampf …
In der globalen Krise des Kapitalismus verschärft sich die Wohnsituation immer weiter. Bundesweit sind die Mieten seit den 90er Jahren um 30 % gestiegen. Soziale Zentren, Jugendclubs und andere Räumlichkeiten, in denen sich Menschen ohne kommerziellen Hintergrund treffen können, sind bedroht. Investitionen in Immobilien galten im Kapitalismus schon immer als lohnenswert. Sie versprechen Krisensicherheit in einem System, was ohne Krisen nicht auskommt. In der aktuellen Immobilien- und Finanzkrise haben Immobilien nun mehr denn je das Image des sicheren „Betongolds“. Geld lässt sich dort nicht nur „sicher parken“. Wo Mietsteigerungspotential ist, lockt auch mehr Profit. Das hat zur Folge, dass für proletarische Mieterinnen die Lebenserhaltungskosten stark steigen, die Reallöhne jedoch gleich bleiben bzw. sinken und sie immer häufiger unfreiwillig ihre Wohnungen verlassen müssen. Dass für sie ihr Zuhause, ihr Zufluchtsort und Lebensmittelpunkt auf dem Spiel steht, hat in dieser kapitalistischen Rechnung keinen Platz. Während die da Oben meinen wir müssen den Gürtel enger schnallen, streicht ihr Hauseigentümer und Kapitalisten, eben die Profiteure des Immobilienmarktes, immer höhere Gewinne ein – kauft euch ein noch größeres Eigenheim, Luxusyachten und noble Karren.

Der Stadtteil denen, die drin wohnen
Ein kollektiver Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung geht uns alle etwas an. Nur gemeinsam als Teil einer kämpfenden Klasse können wir die Situation verändern. Es liegt an uns die Dinge wieder selbst in die Hände zu nehmen um auf diese und viele weitere Fragen praktische Antworten zu finden. Uns ist klar, dass sich nicht alles in wenigen Tagen umsetzen lässt. Manches wird einen längeren Prozess benötigen, anderes können wir schon morgen schaffen. Dafür müssen wir uns als Menschen und NachbarInnen kennenlernen, die Vernetzung untereinander stärken und unsere Forderungen zusammenbringen.
Von kraftvollen Demonstrationen und Graffities, die unsere Forderungen auf die Straße tragen, über Kundgebungen und Infostände, bis hin zur praktischen Enteignung von Räumen – die Möglichkeiten sind vielfältig schon jetzt einzugreifen und aktiv zu werden.

Wir werden uns nicht aus unserem Viertel und unseren Freiräumen verdrängen lassen. Unseren Wohnraum und unsere Projekte werden wir verteidigen und unseren Widerstand mit den verschiedensten, solidarischen Formen zum Ausdruck bringen.

Der Infoladen bleibt!
Selbstverwaltete Räume erkämpfen und erhalten!
Schluss mit Mietsteigerungen und Vermieterterror!
Für die Enteignung und Kollektivierung der Häuser und Betriebe!

“Initiative Mietrebellen“
initiativemietrebellenmd@riseup.net

Infoladen / Soziales Zentrum
http://www.mietrebellen.wordpress.com
Wohnprojekt Alternative Sinnflut
wohnprojektalternativesinnflut@gmx.de / http://www.facebook.com/wohnprojekt.asf.9
Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen [Magdeburg]
http://www.political-prisoners.net
zusammen kämpfen Magdeburg
http://www.zusammen-kaempfen.tk / zusammen-kaempfen@riseup.net
Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union Magdeburg
http://www.fau.org  / faumd@fau.org